Ab morgen eine rundum gute Mutter 

‚Das glücklichste Baby der Welt‘ liegt als Lektüre auf dem Nachttisch der schwangeren Ich-Erzählerin. Überglücklich wird auch sie selbst sein, sobald ihr Baby auf der Welt ist. Lasse wird es heißen, sein Vater wird es abgrundtief lieben und sie und Lennart werden dann endlich das Traumpaar sein, das sie wären, wäre da nicht die Frau, mit der er eigentlich zusammen ist. Doch die Geburt ist übel schmerzhaft und fühlt sich nicht wie ein Wunder des Lebens an. Das Baby ist nicht besonders süß und für den schönen Eulen-Body ist es zu dick. Das kann nicht Lasse sein, nein, eher eine Verwechslung oder ein Felix-Otto. Nina wartet, dass ihr die Mutterliebe endlich einschießt, bei der Babymassage, im Müttercafé oder einem ihrer anderen Versuche, bei unleistbaren Mutter-Kind Veranstaltungen Frauen mit gleichen Problemen zu finden. Tief verstrickt in bourgoise Beziehungsfantasien und Mutterideale verliert Nina immer mehr den Bezug zur Realität, der Schlafentzug tut sein Übriges. Das Unglück ist vorprogrammiert, die irrationalen Entscheidungen der Protagonistin lassen die feministische Leser_in immer wieder den Kopf schütteln und doch lässt die Autorin so gut nachempfinden, aus welchem Stoff die Träume sind.  dallh

Verena Friederike Hasel: Lasse. Roman. 200 Seiten, Ullstein, Berlin 2015 EUR  18,50

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