Affekt, Sex und Normalitätssehnsüchte

Claudia Breger denkt in ihrem Essay Sex(ualität) und Affekt zusammen – Kategorien also, die im Rahmen des affective turns häufig voneinander abgegrenzt werden. Sie unterzieht dafür historische Werke von Magnus Hirschfeld, Richard von Krafft-Ebing und Sigmund Freud einer neuen Lesart und zeichnet im letzten Kapitel die Verknüpfung von Sex(ualität) und Affekt anhand der Ästhetik des Films „Freier Fall“ (2013) nach. Breger stellt in ihrem Werk aktuelle Fragen wie: Hat das Affektive den Sex/die Sexualität als Identitätsgrundlage abgelöst? Wie ist die gegenwärtige Tendenz zu restriktiveren Artikulationen von Sex(ualität), wie sie z.B. durch die Tea Party oder durch die französischen und russischen Rechten forciert wird, zu beurteilen, und wie erstarkende Normalitätssehnsüchte?

Der Essay ist Leser_innen zu empfehlen, die über profundes queer- und affekt-theoretisches und sexualwissenschaftliches Wissen verfügen. Roswitha Hofmann

Claudia Breger: Nach dem Sex? Sexualwissenschaft und Affect Studies. 56 Seiten, Wallstein Verlag, Göttingen 2014EUR 10,20

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