Alltag in Zeiten der Unterbezahlung

Karo (Karoline Krabitz) hat nach 25 Jahren Literaturstudium und fünf Jahren unterbezahlter Karriere als Kassiererin im Supermarkt „Billi“ mit einer gewaltigen Frustration zu kämpfen. Ihr Mitbewohner Pik (ein sprechender Rabe) lebt, gelöst von Verantwortung und gesellschaftlichen Konventionen, feucht-fröhlich in den Tag hinein. Die Geschichte erzählt von der typischen Realität prekär lebender AkademikerInnen, die mit rotzfrechen Tieren zusammenwohnen. Sie wird in Form von Episoden über Alltägliches und nicht so Alltägliches und mit häufigen Ausreißern ins Fantastische erzählt. Alpträume, nervige Freundinnen, die langweilige Probleme über Partnerschaft wälzen, der Wunsch nach einer Gehaltserhöhung oder besser noch ein besserer Job, Nonsens-Unterhaltungen, Sauftouren, Vernissagen, Sticheleien, Gemeinheiten, Streitereien, eine Busreise nach Thailand oder der Besuch einer Pussy-Show und ein bisschen mehr noch das sich anbietet, sich selbst darin zu entdecken.

Hanna Gressnichs Comicdebüt ist eine entzückende und witzige Lektüre für Zwischendurch, mit farbigen klaren Strichzeichnungen. Absolut empfehlenswert (vor allem für prekär lebende Kulturarbeiterinnen über dreißig mit Humor und lesende Vögel). Babara Petrisch

Hanna Gressnich: Nichts ist doch schon was. 40 Seiten, Jaja Verlag,Berlin 2016 EUR 12,40

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