Als die Menschen die Stadt verließen

Eine Epidemie wälzt sich unaufhaltsam voran, daran können auch Straßensperren nichts mehr ändern. Die mit den sichtbaren Malen der Krankheit am Körper werden in Lager gesteckt, die anderen gehen weiter zur Arbeit. Eine Bruchlinie, die auch durch die Beziehung von Emma und Marc verläuft, denn während Emma sich selbst und die verräterischen Flecken auf ihrem Körper in ihrer Wohnung verbirgt, flieht Marc in die Berge. Für ein Entkommen scheint es jedoch zu spät zu sein, denn ihm ist Emma, und mit ihr das Geheimnis um die gemeinsame Tochter auf den Fersen und er muss letztlich erkennen, dass der Zerfall, der Dreck, selbst in der vermeintlichen Sicherheit der Wälder längst angekommen ist. In Peggy Adams düsteren Tuschezeichnungen bewegen sich die Protagonist*innen mit hochgezogenen Schultern durch nicht mehr gar so idyllische Wälder, vorbei an gemächlich wiederkäuenden Kühen und röhrenden Hirschen, deren offensichtliches Desinteresse an der Verzweiflung der fliehenden Menschen nur noch verdeutlicht, dass eine Gesellschaft, die der Natur den Krieg erklärt hat, letztendlich dem Untergang geweiht ist. baw

Peggy Adam: Gröcha. Graphic Novel. Übersetzt von Claudia Sandberg. 104 Seiten, avant-verlag, Berlin 2014EUR 20,52

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