Auf den Hund gekommen

Was bedeutet es, wenn wir uns abwenden vom menschenzentrierten Weltbild und auch andere Wesen wie Tiere als Subjekte begreifen? Wie stellt sich die Verwobenheit der Existenzen dann dar? Susanne Karr geht dieser Frage in ihrem Buch nach und stellt dabei das Konzept der Verbundenheit ins Zentrum ihrer Betrachtungen. Verbundenheit wird dabei als Potenzial gesehen, das ein spezienübergreifendes Inbeziehungtreten und ein Miteinander unterschiedlicher Lebewesen ermöglicht. Theoretisch verortet die Autorin die Diskussion des Themas in mehreren philosophischen Ansätzen, u.a. in Donna Haraways Analyse der Speziesismen. Neben verschiedenen Zugängen aus Logik, Ethik oder Ästhetik setzt sie auch interessante Bezüge zum Animismus, zur Magie und zum Schamanismus, also zu Denkströmungen, in denen die Mensch-Tier-Grenze fehlt oder anders gezogen wird. Die Sprache des Buches ist zwar philosophisch dicht, aber schön zu lesen. Eine geschlechtergerechte Formulierung hätte der Lust am Mitdenken bei diesem substanziell wichtigen Thema sicher keinen Abbruch getan. gam

Susanne Magdalena Karr: Verbundenheit – Zum wechselseitigen Bezogensein von Menschen und Tieren. 274 Seiten, Neofelis Verlag, Berlin 2016  EUR 26,80

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