Ausweg aus der Zwangsprostitution

In ihrem spannenden Thriller thematisiert die Autorin die Problematik der Zwangsprostitution von minderjährigen Migrantinnen. Peter, ein alleinstehender Journalist, lernt Li, eine minderjährige Vietnamesin in einem Wiener Bordell kennen. Ihm vergeht sofort wieder die Lust auf Sex. Er verspricht Li, sie aus der Zwangsprostitution zu befreien. – Am nächsten Tag ist sie tot. Sie hat sich das Leben genommen, aber hinterlässt am Tatort einen Brief an Peter und einen an ihre Eltern. Ab dem Moment ändert sich Peters geordnetes Leben um 180 Grad. Sein spießiges, egoistisches Verhalten genauso wie sein n EURotischer Zwang zur Ordnung und Sauberkeit sind ihm nicht mehr wichtig. Er versteckt Beatrice, eine andere Prostituierte aus dem besagten Bordell, in seiner Wohnung. Nachdem diese bereits als Zeugin von Lis Tod polizeilich vernommen wurde, ist sie auf der Flucht vor den Zuhältern. Peter wird gekündigt. Gemeinsam mit Beatrice, die er freundschaftlich Bea nennt, und mit Lis Stimme im Ohr, reist Peter nach Vietnam. – Dabei wird er moralisch von seiner Schwester und ihrem Freund, einem Rechtsanwalt, unterstützt. Nach der Vietnamreise schreibt er gemeinsam mit Bea über (Zwangs-)Prostitution und deren Gefahren. Peter und Bea werden ein Paar. Ein Happy End scheint in Sicht zu sein, oder kommt doch alles anders? Wird der Kampf um eine bessere Welt gewonnen? Der gut lesbare Roman hat sein Ziel erreicht, indem er unterhaltsam ist und zum Nach- und Umdenken anregt. vr

Isabella Maria Kern: Li – tote Mädchen machen keinen Sex. 349 Seiten, Iatros-Verlag, Sonnefeld 2016 EUR 16,45

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