Bleibt alles anders?

•… ist der Untertitel des Sammelbandes, der sich mit aktuellen Positionen und Fragen der Mädchenarbeit in Deutschland beschäftigt. Wie unterschiedlich diese sein können, zeigt sich schon an der Schreibweise Mädchen, Mädchen_, Mädchen*, mit der entweder betont wird, wie wichtig es ist, die Konstruiertheit von Geschlecht sichtbar zu machen oder aber zu betonen, dass Mädchen nach wie vor mit Zweigeschlechtlichkeit, Heteronormativität und sexualisierten Zuschreibungen konfrontiert sind und die Kategorie Mädchen daher weiterhin bedeutsam ist. Mädchenräume werden nach wie vor als wichtig erachtet, die Frage der Ein- und Ausschlüsse muss aber gestellt werden. Wie tun mit Kindern/Jugendlichen, die sich selbst als Mädchen definieren, von anderen aber nicht so wahrgenommen werden? Wie können rassistische Strukturen bearbeitet werden? Welche Themen sollen wie behandelt werden? Geht es um Stärkung von Identität oder um Infragestellen von Identität? Einfache Antworten gibt es nicht, Widersprüche müssen ausgehalten werden. Vielen der Autor_innen ist es wichtig gegen den Neoliberalismus und die Vorstellung „Jede ist ihres Glückes Schmiedin“ Stellung zu beziehen und eine vermehrte Politisierung der Mädchen*arbeit zu fordern. Wer sich von diesem Sammelband praktische, leicht umsetzbare Methoden der Mädchen*arbeit erwartet, wird enttäuscht sein. Wer aber grundsätzliche Positionen reflektieren will, sich Denk- und Diskussionsanregungen erhofft, kann sich auf eine spannende Lektüre freuen.  Renate Tanzberger – Verein EfEU

Mädchenarbeit im Wandel: Bleibt alles anders? Hg. von Evelyn Kauffenstein und Brigitte Vollmer-Schubert. 194 Seiten, Beltz Juventa, Weinheim-Basel 2014 EUR 20,60

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