Denken in Vielfalt

Constance Ohms ist in der LSBTIQ Community keine Unbekannte. Sie beschäftigt sich seit mehr als zwanzig Jahren mit der Diskriminierung von Lesben und Schwulen. Dabei hat sie einen Schwerpunkt auf häusliche Gewalt in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften gelegt. Jetzt liegt ein kleiner Band von ihr vor, in dem sie sich mit dem Thema Lesben und Schwule mit Migrationsbiografie auseinander setzt. Einführend, kurz und bündig und leicht verständlich werden die Basics dargestellt: Begriffsbestimmungen von Diversität, Intersektionalität, Integration und Inklusion. Der Hauptteil besteht aus zwölf Interviews mit Lesben und Schwulen mit Migrationsbiografie in Deutschland. Anschließend werden die Interviews reflektiert. In den abschließenden Überlegungen fragt sie, wie sich Freiheit realisieren lässt, und was getan werden muss, um allen Menschen gleichberechtigte Zugänge zu gesellschaftlichen Ressourcen zu ermöglichen. Ohms beweist auch in dieser Forschungsarbeit, dass sie gründlich und genau bei ihrer Analyse ist. Die Daten und Fakten beziehen sich zwar nur auf Deutschland – die strukturelle Ebene lässt sich aber mühelos auf die Situation in Österreich übertragen. Eine Einführung oder neuer Input für Kenner_innen der Thematik – auf jeden Fall eine Lektüre, die zum Nachdenken anregt und Mut macht. Beate Foltin

Constance Ohms: Spagat ins Glück. Lesben und Schwule mit Migrationsbiografie. 192 Seiten, Querverlag, Berlin 2014 EUR 15,40

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