Der lange Weg in die Parlamente!

Das Buch von Christine Rudolf, selbst jahrelang Abgeordnete in einem Landtag, untersucht die Bedingungen zur Implementierung von Gender Budgeting in den deutschen. Bundesländern. Gender Budgeting ist trotz einiger Initiativen in den letzten 20 Jahren erst in wenigen deutschen Bundesländern etabliert. In den ersten Kapiteln wird aufgezeigt, dass die bisherigen Initiativen zur Einführung von Gender Budgeting meist durch ein konzertiertes Vorgehen von Frauen(gruppen) erfolgt sind. Im zweiten Teil des Buches werden die Ergebnisse von Interviews mit PolitikerInnen und sonstigen AkteurInnen aus den drei Bundesländern Berlin, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg dargestellt. Insbesondere wurde die Frage untersucht, ob es an den jeweiligen regierenden Parteien liegt (do parties matter?), welche Chancen die Implementierung von Gender Budgeting hat. Die Autorin kommt zum Schluss, dass die Parteizugehörigkeit keine hinreichende Begründung darstellt, sondern vielmehr eine aufgeschlossene Verwaltung sowie der persönliche Einsatz von Entrepreneuren unverzichtbar sind. Auch wenn es zumeist Frauen sind, die die Implementierung vorantreiben, ist für eine dauerhafte Verankerung dieses Instruments erforderlich, auch männliche Mitstreiter zu haben. Das Buch ist vor allem für jene Personen aus Politik und Verwaltung interessant, die Gender Budgeting auf gesetzlicher Ebene implementieren wollen, da es einen Einblick in die Prozesse und Schwierigkeiten gibt, die mit einem solchen Vorhaben verbunden sein können.

Edeltraud Lachmayer

Christine Rudolf: Gender Budgeting in deutschen Bundesländern. Analyse der Implementierungsimpulse einer Innovation in öffentlichen Haushalten.  204 Seiten, Springer VS, Wiesbaden 2016 EUR 29,99

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

3 × zwei =