Der lange Weg zum Recht

Frauenrechte sind Menschenrechte – dieser Satz und die Arbeit an der politischen Umsetzung dieses Prinzips beinhalten nach wie vor ein hohes gesellschaftspolitisches Konfliktpotential. Seit ihrem Bestehen (1981) haben auf internationaler Ebene die Convention on the Elimination of all Forms of Discrimination against Women (CEDAW) und die Arbeit des „Ausschusses zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau“ viel dazu beigetragen, dass grundlegende Rechte von Frauen in den nationalstaatlichen Gesetzgebungen der Mitgliedsstaaten Eingang gefunden haben. Es wird dargestellt, wie sich der Ausschuss, als abgelegene Sonderorganisation, zur anerkannten Institution innerhalb der Vereinten Nationen entwickelt hat und wie durch jahrelange Verhandlungen und viele Aufklärungskampagnen Rechte für Frauen umgesetzt wurden. Besonders erschwerend bei ihrer Arbeit ist der Konflikt zwischen Frauenrechten und patriarchalen Traditionen und Religionen, die als kulturelle Identität verteidigt werden. Von den politisch Verantwortlichen werden Maßnahmen zur Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung, Schutz vor Gewalt und Menschenhandel, Gleichberechtigung im Familienrecht, bei Bildungschancen, die Beteiligung von Frauen am öffentlichen und politischen Leben und vieles mehr eingefordert. Neuere Ansätze versuchen auch den privatwirtschaftlichen Bereich durch nationale Gesetzgebungen zur Beachtung von Menschenrechten zu bewegen, um z. B. die Arbeitssituation von Frauen zu verbessern. Insgesamt ein sehr umfassendes und spannendes Buch mit vielfältigen feministischen Analysen aus aller Welt. Katja Russo

Mit Recht zur Gleichheit – Die Bedeutung des CEDAW-Ausschusses für die Verwirklichung der Menschenrechte von Frauen weltweit. Hg. von Hanna Beate Schöpp-Schilling und Antje Gothe. 561 Seiten, Nomos Verlagsgesellschaft, Baden- Baden 2014 EUR 50,40

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