Du

Marianne Horvaths neuer Gedichtband „Worte haben andere Schritte“ ist über weite Strecken ein Dialog mit einem „Du“, das die Autorin als Gegenüber anspricht. Es bleibt größtenteils unbestimmt, wer, wann und wo dieses „Du“ ist. Auf jeden Fall sind es intensive und metaphorische Auseinandersetzungen mit all diesen „Du“-Situationen, die nicht immer einfach sind. In die Gedichte geht eine Leserin ganz ohne vorherige Idee in den Text hinein und wird gleich mitgetrieben in den Worten, liegt dabei, träumend, ihn/sie anblickend, sie zählt mit, sie ist als Leserin wortlos oder sogar sprachlos, oder in den Worten gefangen oder frei. Und überraschend kommt dann das Unfassbare zur Sprache. Was fangen Gedichte ein? Was fangen Gedichte an? Was sagen Gedichte aus? Viel zu wenige Menschen wagen es, Gedichte am Strand oder im Park zu lesen. Gedichte sind meistens wegen ihrer Verdichtung und Vieldeutigkeit für LeserInnen ein Wagnis. Es sind die Bedeutungs‑überschüsse der Kurzform des Schreibens, die der Sprache ihren Mehrwert und dem Leben eine neue Bedeutung geben können. Diese Reise ist es echt wert. Gehen Sie mit Gedichten in den Park, auf den Berg oder an den Strand! Doris Hauberger

Monika Horvath: Worte haben andere Schritte. 116 Seiten, edition art science, St. Wolfgang 2016 EUR 15,00

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