Eine Gleichsetzung von „Frau“ und „Mutter“

Mutterschaft, Mutter sein, Mütter für die Nation, Mutterleib, Mutterpflichten – Die Auseinandersetzung mit dem Thema „Mutter“ findet seit Jahrzehnten in der wissenschaftlichen, politischen, feministischen, soziologischen und biologischen Analyse seinen Platz. Und meistens ist sie an die Position der „Frau“ gekoppelt. Die Diskurse nehmen jedoch unterschiedliche Geschwindigkeiten und Richtungen ein, spalten sich und treten gegenüber. Was bedeuten Strategien wie In-vitro-Fertilisation für die nationalstaatlich beschriebene „Natürlichkeit der Mutterschaft“? Verändert sich eine binäre Geschlechteraufteilung mit klaren „natürlichen“ Zuschreibungen durch gesellschaftliche Normalisierung von Leihmutterschaft? Was sind rechtliche Rahmenbedingungen, die einem gesellschaftlichen, demografischen Aufbau nicht mehr entsprechen? Und rundherum, wie können all diese Analysen und Auseinandersetzungen eine Konstruktion bestimmter Kategorien mittragen?

Eine kritische, wichtige, verwirrende und sehr weitgreifende Beschreibung der sozialen Kategorie „Frau“, die von so vielen Ebenen bespielt, eingeschränkt und geformt wird – dass einer der Kopf brummt. Das ist gut so, denn all das, was mich beschreibt, möchte ich selbst bestimmen – in Verbindung mit der Verantwortung gegenüber einem Kind noch tausendmal mehr.

Ruby

Daniela Heitzmann: Fortpflanzung und Geschlecht. Zur Konstruktion und Kategorisierung der generativen Praxis. 360 Seiten, transcript, Bielefeld 2017 EUR 36,00

 

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