Erfolge von Anerkennungskämpfen?

Hat die ILO-Konvention 189 von 2011 die Arbeits- und Lebensbedingungen von transnationalen Haushaltsarbeiterinnen verbessert? Inwieweit verringern Bemühungen, den irregulären Haushaltspflegesektor zu formalisieren, die Prekarität von Haushaltsarbeiterinnen? Wie tragen die Anerkennungsprozeduren von im Ausland erworbenen Pflegequalifikationen, die im Zeichen von Differenzkonstruktionen stehen, zur Entwertung von Arbeitskraft bei? Warum organisieren sich Haushaltsarbeiterinnen vielerorts nicht in Gewerkschaften, sondern nach dem sogenannten Assoziationsmodell? Kann weibliche Arbeitsmigration aus dem globalen Süden in den reicheren Norden unter dem Begriff „Feminization of Survival“ gefasst werden oder ist dieser Blickwinkel zu begrenzt? Diesen und ähnlichen Fragen geht der Sammelband nach, der aus einem Forschungsprojekt am Institut für Sozial-und Organisationspädagogik der Uni Hildesheim hervorgegangen ist. Geographisch wird der Bogen von Deutschland und Frankreich über das post-sozialistische Tschechien bis nach Südkorea und Indonesien gespannt. Als theoretischer Maßstab dient die Anerkennungstheorie des Sozialphilosophen Axel Honneth, die sich wie ein roter Faden durch viele der Beiträge zieht. Fazit: Spannende Lektüre für alle, die stark genug an der Entwicklung der hierarchischen internationalen Arbeitsteilung in der Care-Arbeit interessiert sind, um den etwas sperrigen Schreibstil in Kauf zu nehmen!  Renate Nahar

Prekarisierung transnationaler Care-Arbeit. Ambivalente Anerkennung. Hg. von Johanna Krawietz und Stefanie Visel. 196 Seiten, Westfälisches Dampfboot, Münster 2014 EUR 25,60

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