Frauen in „Star Trek“

„Pretty in Space“ ist Nicole Kubitzas überarbeitete Dissertation, mit der sie an der Universität Hamburg im Fachbereich Geschichte ihren Doktor*innen-Titel erworben hat. Die interdisziplinäre Arbeit bewegt sich anhand einer geschichtswissenschaftlichen Fragestellung an den Schnittpunkten der Medienwissenschaft und Geschlechterforschung. Das mag zuerst trocken klingen, doch spätestens der Analyseteil, in dem Kubitza eine umfangreiche intersektionale Studie durchführt, hat spannenden Praxisbezug. Sie eröffnet uns die Welt der US-amerikanischen Science-Fiction Fernsehserie „Star Trek: The Original Series“ (1966-1969) und schreibt auf zugängliche Art mit scharfem kritisch-differenziertem Blick über das darin repräsentierte Frauenbild. Schwerpunkte sind in den Themenfeldern Stereotypie und Geschlechterbilder, Mode sowie Berufstätigkeit gesetzt.

Die Analyse basiert auf einem ausführlichen, gut recherchierten Theorieteil. Kubitza führt dabei Medientheorie und Gender Studies zusammen und verortet obendrein noch gekonnt das Analysematerial „Star Trek“ historisch in den gesellschaftspolitischen Kontext der späten 1960er Jahre mit Bezugnahme auf die zweite Welle des Feminismus in den USA. Ein komplexes, gelungenes Werk, das zu interessanten ambivalenten Schlussfolgerungen führt und zu Recht auf weiteren Forschungsbedarf hinweist. Birgit Coufal

Nicole Kubitza: Pretty in Space. Die Frauendarstellung in Star Trek und anderen US-amerikanischen Dramaserien der 1960er Jahre. 373 Seiten, Vandenhoek & Ruprecht, Göttingen 2016  EUR 51,50

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