Frauen und finanzielle Emanzipation

Der Inhalt des Sachbuches ist durch Titel und Untertitel gut abgegrenzt – es ist ein Appell an Frauen, sich in Geldangelegenheiten zu emanzipieren und sich zukunftsorientiert um ihre Altersvor- bzw. -versorgung zu kümmern. Wie sie das tun können, welche Möglichkeiten es gibt sich beraten zu lassen, wie die rechtliche Situation zum jetzigen Zeitpunkt ist und welche Förderungen es für Familien gibt, wird in den einzelnen Kapiteln ausführlich behandelt und mit Berechnungsbeispielen sowie Statistiken untermauert. Alle Informationen beziehen sich auf Deutschland, die Situation in Österreich ist auf nicht ganz zwei Seiten beschränkt skizziert.

Die Autorinnen haben das brisante Thema Frauen und Geld aufgenommen und einen teilweise sehr persönlichen Ratgeber in zehn Kapiteln verfasst. Leider ist es nicht gelungen, die Texte auf einen einheitlichen Schreibstil abzustimmen und auf eine durchgehend korrekte und wertschätzende Haltung Frauen gegenüber zu achten. Der im Text wiederkehrende, unausgesprochene aber inhärente Vorwurf an Frauen, sich nicht ausreichend zu informieren und sich dem immer noch vorherrschenden traditionellen Familienbild anzupassen, vermischt sich mit sehr guten Beispielen und neutral formulierten Informationen. Der Anspruch, Frauen für finanzielle Emanzipation anzuregen, ist in Ansätzen gelungen. Durch die Beschränkung auf die Rechtssituation in Deutschland ist das Buch nur mit Einschränkung zu empfehlen. Ulrike Retschitzegger

Helma Sick und Renate Schmidt: Ein Mann ist keine Altersvorsorge. Warum finanzielle Unabhängigkeit für Frauen so wichtig ist. Sachbuch. 223 Seiten, Kösel, München 2015 EUR 17,50

 

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