gestern wie morgen alles ist immer heute

Elke Laznias Dichtungen sind ein drei¬teiliger rhythmischer Fluss, ohne Punkt und Komma. Nur der letzte Teil „Medikationen“ wird zerhackt durch Interpunktionen.

Durch das Weglassen von Interpunktionen in den ersten beiden Teilen fließen die Dichtungen von Laznia ineinander, sind nicht abgetrennt voneinander, erschweren das Lesen und zwingen eine_n hierdurch sich ihnen behutsam und aufmerksam zu nähern. Sie handeln von glücklich unglücklicher Liebe, dem Verhältnis zwischen einem Ich, Du und manchmal einem Wir, wobei das Wir meist ein unerfüllbarer Status bleibt. Düster und emotionsgeladen, wüst wie das Leben galoppieren die Strophen vor sich hin und hinterlassen ein Gefühl der Entfremdung aufgrund von Unvereinbarkeit und der Missverständlichkeit zwischenmenschlicher Beziehungen. Alleine zurückbleibende Individuen, die vielleicht doch im Ausdruck dieser nostalgischen sehnsüchtigen, brüchigen Lebensrealität vereint werden. Begleitet werden diese Zeilen von Illustrationen, diese sind ebenso düstere, grobe und zugleich filigrane Kohlezeichnungen.

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Elke Laznia: Salzgehalt. Dichtungen. Zeichnungen von Ludwig Hartinger. 85 Seiten, Müry Salzmann, Wien 2017 EUR 19,00

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