ich, i+c+h und i ce ha

i + c + h“ ist auf ein „Buch mit Stempeldruck in Holzkassette“ geschrieben, auf ein zweites eine Variation davon: „i ce ha“. Diese Arbeit haben Fria Elfen und Wil Frenken 1969 gemeinsam gefertigt, in der Zeit ihrer künstlerischen und privaten Verbundenheit. Sie lernen sich in Hermann Boeckls Abendaktkurs an der Wiener Kunstakademie kennen. Boeckl ist für Elfens Werden bedeutsam, später wird sie mit einem Preis ausgezeichnet, der nach ihm benannt ist. Über den politischen Kontext, in dem seine Lehre in den 1940er und -50er Jahren stattfindet, wird im besprochenen Band leider geschwiegen.

Elfen (Jg. 1934) wird über die Jahrzehnte eine aktive und mehrfach ausgezeichnete Künstlerin – ihr Schaffen verlegt sie ins Burgenland, wo sie 1959 beim berühmten „Symposium Europäischer Bildhauer[Innen]“ hängen bleibt. Von den vorgegebenen Rahmen emanzipiert sie sich im wahrsten Sinne des Wortes: Sie malt und assembliert weit über hölzerne Vierecke hinaus, baut überdimensionierte Installationen aus Plexiglas und Spiegeln, mit Worten, Wortteilen bedruckt – visuelle Poesie. Darin ist viel Fragmentarisches, manchmal Notizenhaftes, immer Raumnehmendes. In einem Text- und Bildband wird Elfens Schaffen nun auch ausreichend Raum gegeben. Die Stationen ihrer künstlerischen Arbeit werden darin ebenso geehrt wie das 80-jährige Geburtstagskind selbst. Lisa Bolyos

Fria Elfen: Lichtwege und Schattenräume. Bildband. Hg. von Sabine Kritsch-Schmall und Eva Maltrovsky. 126 Seiten, Edition Lex Liszt, Oberwart 2014EUR 28,00

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