Jung – talentiert – interessant

Meg Wolitzers Buch „Die Interessanten“ ist eindeutig als großer amerikanischer Gegenwartsroman einzuordnen. Die in epischer Breite angelegte Handlung erstreckt sich von den 1970er Jahren, als sich eine Gruppe von Teenagern in einem künstlerischen Feriencamp zum Club der „Interessanten“ zusammenschließt, bis in die Gegenwart. Zentrales Thema ist, welche Faktoren Lebens- und Karrierewege beeinflussen und welche Dynamiken sich daraus ergeben. Die Geschwister Ash und Goodman aus wohlhabender, weltoffener Upper Westside Familie, Jonah, der Sohn einer bekannten Folksängerin, Ethan, der vielleicht Kreativste und Talentierteste, der unter seinem Aussehen leidet, Cathy, die Tänzerin werden möchte und schließlich Julie, die eigentlich gar nicht so recht dazu passt, weil sie nur aufgrund eines Stipendiums überhaupt in das Camp kommen konnte. Die jungen Leute wachsen eng zusammen, doch nur vier von ihnen werden über Jahrzehnte FreundInnen bleiben. In ihren künstlerischen Ambitionen werden sie ganz unterschiedlich erfolgreich sein. Der soziale und ökonomische Background spielt dabei genauso eine Rolle wie das Glück zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein. Sie finden LebenspartnerInnen – oft an ganz anderer Stelle als imaginiert. Die einen werden reich bzw. reicher, während andere immer um ihre Existenz kämpfen. Neid steht da ganz nah neben inniger FreundInnenschaft. Und dann ist da auch noch so etwas wie Schicksal, das alle treffen kann. Uneingeschränkte Empfehlung! ESt
Meg Wolitzer: Die Interessanten. Roman. Aus dem Englischen von Werner Löcher-Lawrence. 608 Seiten, Dumont, Köln 2014 EUR 23,70

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