Kategorie: Belletristik

Eine Jugend in Siebenbürgen

Zwei 14-jährige Jugendliche, Ella und Harriet, leben in Hermannstadt, dem Zentrum des Siedlungsgebietes der Siebenbürger Sachsen. Mit Ella, einem Mädchen, das in einer Großfamilie lebt, erleben wir die Zeit zwischen 1943 und 1944. Harriet ist ihre beste Freundin, lebt in einer großen Villa, ihr Vater ist Anwalt. Trotz der unterschiedlichen...

Liebe ist kein Ausnahmezustand

Ein Ehepaar in den mittleren Jahren: Rasmus und Chloe sind seit 20 Jahren verheiratet. Er ist ein verkannter Theaterregisseur, sie liebt ihn – beständig, aufopferungsvoll. In Ermangelung attraktiver Regieangebote in erstklassigen Theatern versuchen sie ihr Glück in der „Dritten Welt“, in einem namenlosen Land, in dem die abgestumpfte Jugend mit...

Von der Kunst in Zeiten der Repression

Die Schriftstellerin Nina Sergejewna schildert aus der Ich-Perspektive ihren Aufenthalt in einem sowjetischen Sanatorium für KünstlerInnen im Winter 1949. Der Erholungsaufenthalt wird durch ihre Begegnung mit dem Schriftsteller Bilibin immer mehr zu einer Konfrontation mit jenem Ereignis, das ihr Leben und das ihrer Tochter überschattet: die Jahre zurückliegende Verhaftung ihres...

Wir schaffen es vielleicht nicht

Sie könnten eigentlich so glücklich sein: Georg und Isabell, er Anfang 40, sie Mitte 30, ein typisch mittelständisches Paar in einer deutschen Großstadt. Isabell arbeitet als Cellistin in einem Musical-Orchester, Georg schreibt für eine Zeitung, sie leben in einer schönen Altbauwohnung, es fehlt ihnen an nichts. Vor etwa einem Jahr...

Verlass die Stadt und alles wird gut

Am Land lebt es sich billiger, schon allein deshalb, weil frau dort in Männer T-Shirts und Jeans von Walmart passend gekleidet ist. Dass es sich am Land billiger lebt, war auch der Grund, weshalb die Fotografin Rebecca Winter New York überhaupt verlassen hat. 1.000 Dollar Miete zahlt sie für das...

Generationenrituale

Franziska und ihre Mutter Elisabeth sind die Hauptfiguren in Gertraud Klemms neuem Roman. Jedes Kapitel beginnt mit einer Einladungskarte zu einem familiären oder beruflichen Event. Schon dieser Kunstgriff signalisiert, wie gleichförmig das Leben von Höhe- und Tiefpunkten verläuft. Der treibende Faktor sind die inneren Monologe dieser beiden Figuren. Sie offenbaren...

Berlin – Istanbul – Mumbay

Ulla Lenze, bereits mehrfach preisgekrönte Autorin und Reisejournalistin, reflektiert in ihrem vierten Roman ihre beiden Stipendiatsaufenthalte in Istanbul und Mumbay. In der Beschreibung verschwimmen die Städte ineinander, Slums befinden sich in unmittelbarer Nähe von Luxusvierteln, die Kluft zwischen reich und arm wächst. Die Kunstfotografin Holle lernt in Istanbul einen kunstsammelnden...

Es ist kalt in Lapa

Rosa ist Prosaikerin, trinkt gern Wein und beginnt mit 40 wieder mit dem Rauchen. Rosa will abhauen. Weg aus Lapa, dem Teil Bratislavas, der sie seit beinahe 25 Jahren nicht mehr loslässt und den sie mindestens genauso lange schon hasst. Und weg aus ihrer Beziehung mit dem Poeten Son, weg...

Erinnerungsscherben

Von 1964 bis 1985 war in Brasilien eine Militärdiktatur, der nun 65-jährige pensionierte Schuldirektor Gustavo rollt mittels eines inneren Monologs assoziativ diese Geschichte neuerlich auf. Er wurde 1970 von den Militärs verhaftet und gefoltert, sein bester Freund Armando wurde ermordet und seine nach Paris exilierte Frau Eliana starb in dieser...

Zwischen Ignoranz und Rebellion

Der Debütroman von Verena Boos handelt von der jungen, unbedarften Spanierin Maite, die zwecks Studierens nach München geht. Dort lernt sie Carlos kennen, der sie herzlich in seiner Familie aufnimmt. Carlos Großvater Antonio, der Gemüsehändler, wird für sie ein wichtiger Gesprächspartner, weil er ihr Interesse an Geschichte weckt. Er hat...