Kategorie: Belletristik

Felix Austria

Aus Stanislau, einer Kleinstadt am Rande der Österreichisch-Ungarischen Monarchie, das heute in der Ukraine liegt, berichtet Stefanija Tschornenko, genannt Stefa, von den sich ändernden Zeiten. Da braust ein Auto mit 15 km/h durch die Hauptstraße, am Bahnhof gibt es elektrisches Licht und noch ganz andere wunderliche Dinge passieren. Wir schreiben...

Regelsysteme und Einhörner

In Rückblenden erzählt die 25jährige Anelija, als sie schwanger ist, ihrem Geliebten ihr bisheriges Leben. Sie wächst unter ärmlichen Verhältnissen bei den „Babas“, ihrer Groß- und Urgroßmutter, in Sofia auf. Die politische Repression ist spürbar. Ihre Mutter hat sie, als sie 5 Jahre alt war, verlassen, um sich ein neues...

Requiem für Heide

Die 1942 geborene Schriftstellerin Christine Haidegger bringt in dem in der Ich-Form gehaltenen Roman die Erfahrungen ihrer Nachkriegskindheit ein. Die Kleinkindzeit meint sie aus dem vermeintlichen Blickwinkel eines Kindes beschreiben zu müssen und bedient sich einer infantilen Kunstsprache. Die Beziehung zwischen Mutter und Tochter wird auf emotionaler Ebene der beiderseitigen...

Freundinnen

So ganz greifbar ist die Insel im äußersten Norden Europas ja nicht, und die – umfassende, wunderbare – Literatur Islands macht es dann oft noch mysteriöser. Doch in diesem Roman von Björg Magnúsdóttir erleben wir ein Stück Alltagskultur, einen Blick ins Leben von vier Freundinnen Mitte zwanzig, die unterschiedlicher nicht...

Una famiglia italiana

Alle Welt spricht von Elena Ferrante (siehe auch Rezension in diesem Heft) und das ist auch gut so, aber es gibt noch mehr italienische Autorinnen, die Aufmerksamkeit verdienen. So etwa Margherita Giacobino – Autorin, Übersetzerin und Genderforscherin –, die in ihrem Roman „Familienbild mit dickem Kind“ den Bogen über mehr...

Hänsel und Gretel

Alle, die schon mal in Dänemark waren, fragen sich wahrscheinlich, ob man sich in dänischen Wäldern tatsächlich verirren kann. Man kann, zumindest im Roman. Die bekannte Autorin Helle Helle schickt in ihrem neuesten Buch Roar und eine namenlose Frau jeweils für sich joggend in den Wald. Es ist Oktober und...

Terror in Schweden

1940, Nordschweden. Ein Terroranschlag auf eine kommunistische Zeitungsredaktion erschüttert die Stadt Luleå. Im Herbst 1939 greift Russland Finnland an, das sich im darauf folgenden sog. Winterkrieg überraschend lange gegen den übermächtigen Gegner behaupten kann. Im Nachbarland Schweden versucht die Regierung mit allen Mitteln den neutralen Status aufrecht zu erhalten. Im...

Aufbruch

Aufgewachsen am letzten Ende der dänischen Provinz lebt Sonja nun schon seit dem Studium und somit über zwanzig Jahren in Kopenhagen. Sie ist erfolgreiche Übersetzerin eines schwedischen Bestseller-Krimiautors, was heißt, sie lebt bescheiden. Sonja lebt alleine und einsam. Der Kontakt zu ihrer Schwester ist so gut wie inexistent. Die Verbindung...

Nur weg

Thema Burnout. In allen Medien, in allen Büros ist es anzutreffen dieses Phänomen. Schön also, dass es auch Romane dazu gibt, noch dazu, wenn sie sich flott und unangepasst geben. Leider aber, ich sag es gleich, hat mich „Alles was ich muss ist weg“ dann doch nicht überzeugt. Suza ist...

Ausnahmezustand

In Lispectors letztem Roman, den sie kurz vor ihrem Krebstod 1977 schrieb, besticht sie wieder einmal durch eine einzigartige Melancholie. Sie entwirft einen Schriftsteller als Kunstfigur, der einen inneren Monolog über eine junge Frau namens Macabéa führt, die als einfache Schreibkraft in einer Favela in Rio de Janeiro lebt. Unschuld...