Kategorie: Geschichte

Gegen Krieg und Militarismus

Dass sich die Wiener Frauenhetz in Kooperation mit WILPF Österreich im Sommer 2022 daran machte, ein Symposium zu organisieren und jetzt dieser Band herauskommt, stellt schon an und für sich ein bewundernswertes Statement der frauenbewegten systemkritischen Friedensarbeit in rauen Zeiten dar. Allein das Zusammenbringen von Stimmen jüdischer und palästinensischer, ukrainischer...

Seid vorsichtig. Seid wachsam!

„Sie war ein Wunder von Mensch“ schreibt Igor Levit im Vorwort zu diesem Band mit Fotografien und Aussagen der Zeitzeugin Margot Friedländer, die kürzlich mit 103 Jahren verstarb. Das Buch versammelt Sequenzen von Erinnerungen an ihre Kindheit, an kleine, widerständige Handlungen während der NS-Zeit, an den Moment der Deportation der...

Vielstimmige Autorinnen brechen Tabus

Leben und Wirken sieben aufstrebender junger Autorinnen von 1926 bis 1933 werden mittels detailreicher Anekdoten mit eher spärlichen Quellenangaben geschildert. Wo Überlieferung endet und Fiktion beginnt, bleibt häufig offen und verweist auf das in der Weimarer Republik populäre Genre „fiktionale Biografie“, im Buch nebenbei erwähnt. Temporeich sind die Handlungsstränge verwoben,...

Menschsein!

Die Autorin Maryam Aras rekonstruiert den Lebensweg ihres Vaters Kamal Aras. Ihr Vater ist bereits als junger Erwachsener 1964 in die BRD geflüchtet. Seine machtkritische Haltung im Iran trägt dazu bei, dass dieser Schritt erforderlich ist. Es werden die politischen Weggefährt*innen und Diskussionspartner*innen beschrieben, die den Vater an seinen jeweiligen...

Radikale Erinnerung

In „Traumaland“ geht Asal Dardan der gesellschaftspolitisch brisanten Frage nach, wie v.a. in Deutschland die Aufarbeitung der Verbrechen des NS-Terrorregimes erfolgt (ist) – und worin dabei die Verantwortung jede*r Einzelnen bestehen könnte. In kritischer Auseinandersetzung mit einer offiziellen Erinnerungskultur, deren Gedenkveranstaltungen und musealen Aufbereitungen letztlich primär der Legitimation der herrschenden...

„Unzucht wider die Natur…“

Gleichgeschlechtliche Beziehungen waren in Österreich unter allen Regimen strafbar. Von der Monarchie über die erste Republik, den Austrofaschismus, den Nationalsozialismus bis in die zweite Republik hinein bis 1971. Das Gesetz galt in Österreich für Frauen und Männer, während in Deutschland nur männliche Homosexualität strafbar war. Diese Diskrepanz im Strafrecht wurde...

NS-Erinnerung in der Neuen Frauenbewegung

Sina Speits Monografie analysiert erinnerungskulturelle Aus-einandersetzungen der „Neuen Frauenbewegung“ in Deutschland zwischen 1968 und 1994. Anhand von Quellen wie feministischen Zeitschriften, Broschüren, Filmen und wissenschaftlichen Publikationen aus der historischen Frauenforschung untersucht Speit, wie Fragen nach NS-Täter*innenschaft, Widerstand und Opferperspektiven verhandelt wurden. Bereits im Umfeld der 68er-Bewegung hatten Feminist*innen begonnen, ihre...

Völkische Siedler:innen

Die Anastasia-Bewegung baut auf der von Wladimir Megre verfassten zehnteiligen Anastasia-Roman-Reihe auf. Fiktionale Literatur, antisemitisch, rassistisch und frauenverachtend, wie Hanna Poddig schreibt. Hauptfigur der Bücher ist die blonde Anastasia, deren Lehren als Anleitungen für ein besseres Leben – jenseits von Kapitalismus und Technokratie, als Ausweg – interpretiert werden. Zahlreiche alternative...

Nazihintergrund versus Migrationshintergrund

Der deutsche Gesellschaftsvertrag der Nachkriegszeit geht von der erfolgreichen Aufarbeitung und Bewältigung von Faschismus, Holocaust und Antisemitismus aus. Esra Özyürek, Soziologin, Politikwissenschafterin und Anthropologin in Cambridge mit türkischen Wurzeln untersucht, welche Position muslimischen Migrant*innen in dieser Aufarbeitung und der damit verbundenen Erinnerungskultur zugewiesen wird. Die mangelnde Aufarbeitung von Antisemitismus und...

Biografische Herausforderungen

Die Publikation geht auf eine Vortragsreihe der Universität Potsdam zurück und versammelt Werkstattgespräche mit Biograf*innen über Herausforderungen ihres Forschens und Schreibens über Hinterlassenschaften von Jüd*innen bzw. Menschen jüdischer Herkunft. Heute ist biografisches Schreiben angesiedelt zwischen Wissenschaft und Literatur, Sachbuch und Belletristik. „Ein wesentliches Charakteristikum der Biografie als Forschungsmethode und Darstellungsweise...