Kategorie: Kultur/Medien

Zuschreibungen und Selbstinszenierungen

In ihrer Dissertation geht Ruth Heckmann der Frage nach, wie sich Komponistinnen in der beginnenden bürgerlichen Musikkultur positionieren konnten und wie sie vor dem Hintergrund des zeitgenössischen Geschlechterdiskurses rezipiert wurden. Heckmann nimmt die Schwellensituation um 1800 zum Ausgangspunkt ihrer Arbeit und erläutert zunächst, wie der Musikausübung von Frauen zunehmend ein...

Lexikon des Dandytums

Dieser sehr schöne Ausstellungskatalog ist eine Art Lexikon des Dandytums. Auf Deutsch und Englisch werden historische Fotografien und Zeichnungen mit kontemporärer Grafik ergänzt und entlang von Schlüsselbegriffen von „Aura/Autorität“ über „Kälte/Coolness“ bis „Virtualität“ aufgefächert. Woher ikonographische Kleidungsstücke wie das „kleine Schwarze“ oder die Krawatte stammen, wird erklärt. (Ersteres ist Relikt...

Lilith im Fernsehen

In ihrer spannenden Analyse setzt sich die Autorin mit der Frage auseinander, „wie patriarchale religiöse Konzepte des weiblichen Bösen in der modernen Populärkultur wiederkehren, weitertradiert oder doch möglicherweise umgewertet werden“. In einem informativen Überblick über Lilith in der euroasiatischen Religionsgeschichte erfährt die Leserin mehr über die unterschiedlichen Vorstellungen von Kindbettdämoninnen,...

Körperkultur und Wissenschaft

„Wie denken wir Körper?“ – So fragt Band 6 der Reihe mdw Gender Wissen von der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Die Herausgeberinnen Andrea Ellmeier, Doris Ingrisch und Claudia Walkensteiner-Preschl versammeln unter dem Titel „Körper/Denken“ sieben Aufsätze und stellen diesen eine Einleitung voran. Die Frage, der das Buch...

Frauen in „Star Trek“

„Pretty in Space“ ist Nicole Kubitzas überarbeitete Dissertation, mit der sie an der Universität Hamburg im Fachbereich Geschichte ihren Doktor*innen-Titel erworben hat. Die interdisziplinäre Arbeit bewegt sich anhand einer geschichtswissenschaftlichen Fragestellung an den Schnittpunkten der Medienwissenschaft und Geschlechterforschung. Das mag zuerst trocken klingen, doch spätestens der Analyseteil, in dem Kubitza...

Mad Men and Women

In der Reihe „booklet“ gibt der diaphanes Verlag einem beliebten Format der Popkultur Raum: den Fernsehserien, deren Bedeutung in mancher Deutung bereits die des Kinos übertrifft. Und tatsächlich machen sie süchtig und werden auch als moderne Epen bezeichnet. Serien wie „Seinfeld“, „Breaking Bad“, „Sex and the City“ und viele andere...

Starkes Material

Der Sammelband „fiber_feminismus“ feiert 24 Ausgaben der Zeitschrift „fiber. werkstoff für feminismus und popkultur“, die seit 2002 in Wien erscheint. Im Zine-Style bebildert durch Collagen, Comics und Bastelanleitungen, sind hier Artikel aus den bisherigen Ausgaben zusammengestellt. Unterteilt ist das Buch nach den Schlagworten der Zeitschrift: fiber, feminismus und popkultur. Dazu...

Endlich Theater! 

Seit dem Studium der Theaterwissenschaft habe ich mich darüber gewundert, dass feministische Forschung und in Folge Gender- und Queer Studies darin nur so zögerlich Einzug fanden, und ich wundere mich bis heute. Der Juniorprofessorin Franziska Bergmann (Universität Trier) kommt der große Verdienst zu, mit ihrer nun veröffentlichten Dissertation eine der...

Schreiben und älter werden 

Die Literaturwissenschaftlerin Ingeborg Gleichauf geht in diesem Buch der Frage nach, was das Schreiben von Schriftstellerinnen in der dritten Lebensphase, also im Alter über 60 ausmacht. Ob und welche Veränderungen zu erkennen sind. Sie analysiert dabei das Werk von 15 durchwegs bekannten Autorinnen und spannt dabei einen Bogen vom Beginn...

Der größte gemeinsame Nenner

Doris Guth und Alexander Fleischmann bieten in dieser Kompilation kluge Aktualisierungen entlang von Kunst, Theorie und Aktivismus – im Überschneidungsbereich des Neuen und Radikalen. Jens Kastner lotet Trennendes und Verbindendes aus und gruppiert jene künstlerischen Positionen, die an einer Überwindung dieser Grenzen arbeiten. Nanna Heidenreich fragt: „Wer oder was ist...