Körperkultur und Wissenschaft

„Wie denken wir Körper?“ – So fragt Band 6 der Reihe mdw Gender Wissen von der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Die Herausgeberinnen Andrea Ellmeier, Doris Ingrisch und Claudia Walkensteiner-Preschl versammeln unter dem Titel „Körper/Denken“ sieben Aufsätze und stellen diesen eine Einleitung voran. Die Frage, der das Buch habhaft zu werden versucht, ist weder eine besonders neue, noch eine besonders kleine. Dementsprechend sind die Texte als Konkretisierungen der Ausgangsproblematik im Hinblick auf unterschiedliche Wissensbereiche zu verstehen. Die so vorgebrachten Schlaglichter reichen von einer Lektüre gegenwärtiger Theoriebestände im Hinblick auf mögliche Doppeldeutigkeiten des Körpers (Andrea Seier) über eine Relektüre des Wiener Aktionismus (Brigitte Borchhardt-Birbaumer) bis hin zu einer Betrachtung der Hirnforschung zwischen Determinismus und Optimierung (Sigrid Schmitz). Dass „Prozesse des Zusammenwirkens von Körper und Denken“ existieren, darin sind sich die Autorinnen des Bandes einig;ebenso über die Vernachlässigung dieser Prozesse im gängigen Wissenschaftsdiskurs. Wohin solch ein Zusammenwirken aber führen kann oder soll, das wird in den sieben Aufsätzen in unterschiedlicher Weise erörtert. Theresa Luise Gindlstrasser

Körper/Denken. Wissen und Geschlecht in Musik, Theater, Film. Hg. von Andrea Ellmeier, Doris Ingrisch und Claudia Walkensteiner-Preschl. 149 Seiten, böhlau Verlag,Wien 2016  EUR 25,00

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