Kontroversen der Fortpflanzungsmedizin

In diesem umfangreich recherchierten Werk ist das Ziel der Autorin vor allem das eine: die Suche nach klaren Grenzen. Bei dieser wagt sie sich an die hochkontroversen Themen der

Leihmutterschaft, Pränatal Diagnostik und künstlichen Befruchtungen heran, untersucht anhand von Fakten und Interviews auf internationaler Ebene Gesetzeslagen und sucht nach Tatsachenberichten. Bachinger stößt dabei immer wieder an politische, moralische und ethische Fragestellungen, zu denen sie selbst klar Stellung bezieht und dies auch von gesellschaftlichen Entscheidungsträgern verlangt. Immer wieder sieht sie diese von ideologischen Kämpfen umschattet, zum Schaden der Betroffenen. Die Autorin stellt die Forderung auf, dass es kein grundsätzliches Recht auf ein Kind geben darf und die medizinischen Möglichkeiten nicht zum Zweck des Kinderwunsches in jedem Fall ausgelotet werden sollten. Mit schockierenden Erläuterungen zu Ausbeutungsverhältnissen in Leihmutterschaftsverträgen, embryonalem Massenfreezing, den Problematiken von Mehrlingsschwangerschaften durch künstliche Befruchtungen sowie den tragischen Fakten zu Spätabbrüchen und Fetozid unterstreicht sie diese Forderung.

Der shock-value des Buches ist durch jene Erläuterungen gesichert. Immer wieder befindet sich die Autorin in problematischen Gebieten, was die political correctness anbelangt, eine Tatsache die sich bei einem solchen Thema, welches feministische, homosexuelle und ableistische Fragestellungen streift, vorprogrammiert scheint.

lena

Eva Maria Bachinger: Kind auf Bestellung. 256 Seiten, Deuticke Verlag, Wien 2015 EUR 20,50

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