Lesbische Sinnlichkeit reloaded

Mit der Herausgabe der 17. Ausgabe des Jahrbuches „Mein lesbisches Auge“ ist dem konkursbuch Verlag ein sinnlicher, generationenübergreifender und politisch aufgeladener Wurf gelungen. Themen wie Trennung, Abschied, Identität, Altern oder Langzeitbeziehungen kreisen darin um Lust und Sex. Die darin versammelten Autor_innen zeigen in ihren großteils bemerkenswerten Texten und Bildern, dass die damit verbundenen Fragen in Anbetracht der Vielfältigkeit lesbischer Lebensweisen nicht die eine Antwort zulassen. Hervorzuheben sind die zahlreichen Verweise auf die politischen Errungenschaften von Generationen an lesbischen Aktivist_innen, die – wie die aktuellen politischen Entwicklungen zeigen – nach wie vor umkämpft, zu verteidigen und auszubauen sind. Insgesamt wirkt das vorgelegte Repertoire an Umgangsweisen mit Begehren, Sexualität, Körperlichkeit und Fragen der Verbundenheit auf mehreren Ebenen definitiv anregend. Gleichzeitig beruhigt es, weil im Buch die unterschiedlichsten Sichtweisen auf Beziehungsformen, auf befriedigenden Sex in unterschiedlichen Phasen des Alters oder auch auf Körpernormen gleichwertig und geradezu unbeschwert nebeneinanderstehen.

Roswitha Hofmann

Mein lesbisches Auge 17. Hg. von Laura Méritt. 288 Seiten, Konkursbuch Verlag Claudia Gehrke, Tübingen 2017 EUR 17,30

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