Liebe im 21. Jahrhundert

Sicher gibt es auch Wichtigeres im Leben als die Liebe. Und klar ist einiges, das für viele Frauen* weltweit damit in Verbindung steht, von Gewalt und Unfreiheit geprägt. Aber Frollein Motte lebt in Deutschland, ist 27 Jahre alt, Weiß, hetero und mag sich jetzt mal abenteuerlustig und unvollständig mit Liebe beschäftigen. Also macht sie sich über die Datingplattform Tinder Treffen aus, hat guten und schlechten Sex, verliebt sich unsterblich, weint bitterlich und sinniert über die diversen Frauenideale, die einer das Leben schwer machen. Jede Menge lose feministischer und liebesbezogener Gedankensplitter, mal mehr, mal weniger tiefsinnig und stets von viel Pink, Rosa, Rot und Grautönen umgeben. „Ich bin vielschichtig wie eine Lasagne.“ Von der Autorin Teresa Mönnich stammen auch die Illustrationen, bei denen sie weder Körperbehaarung noch Hängebrüste ausspart, die jonglierend herumgewirbelt werden. Zeichnungen und Inhalte gehen kreuz und quer mit den Texten einher, sind betont lustvoll und unangepasst, schließlich „ändert sich morgen eh wieder alles. Oder nächsten Monat.“ Nur aufs Woody Allen-Zitat könnte eine_r in dieser verspielten Absage ans ernste Erwachsensein gut verzichten.

Meike Lauggas

Teresa Mönnich (alias Frollein Motte): Was ist eigentlich mit der Liebe? Illustrationen von Teresa Mönnich. 96 Seiten, Jaja Verlag, Berlin 2016 EUR 16,50

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