Möglichkeiten und deren Begrenzung

Inge Stein lebt im Ost-Berlin der 1980er Jahre, die Stadt, in die sie bei erster Gelegenheit, das öde Landleben hinter sich zu lassen, zieht. Doch auch hier ist es schwierig. Sich oppositionspolitisch engagieren oder nicht, und wenn ja, wie weit? Männer lieben oder Frauen oder ist Sex überhaupt so wichtig? Frauen aus dem Westen bewundern oder doch eher mit Vorsicht begegnen? Gut veranschaulicht Ulrike Gramann die beklemmende Stimmung eines Alltags, in dem einem viele Entscheidungen abgenommen werden, freie Meinungsäußerung äußerst

gefährlich ist und jedes Gegenüber ein Spitzel sein könnte. Trotz der vielen sozialen Kontakte, die Inge Stein pflegt, scheint sie im Grunde einsam und alleine zu sein. Inge und ihren Gefährtinnen folgen zu können, benötigt viel Konzentration und Aufmerksamkeit. Der Schreibstil scheint an die Wirren und Unsicherheiten in Inges Leben angelehnt zu sein. Für die Leserin war es jedoch dadurch mitunter schwierig, am Text zu bleiben.

Gerda Kolb

Ulrike Gramann: Die Sumpfschwimmerin. 305 Seiten, Marta Press, Hamburg, 2017 EUR 19,00

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