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Nach „Die Interessanten“ erschien nun mit „Die Stellung“ ein weiterer Roman von Meg Wolitzer auf Deutsch. Im Original erschien er bereits 2005 und kann somit als ein Heranschreiben an die Perfektion des späteren Romans gelesen werden. Gemeinsam ist den beiden Büchern, dass sie die Leben einer Reihe von ProtagonistInnen über eine längere Zeitspanne begleiten, wobei einzelne Motive wiederkehren, wie z.B. das Auftauchen von AIDS, das Leben mit Depressionen oder auch wie Menschen trotz ähnlicher Ausgangsbedingungen später völlig verschieden leben. In „Die Stellung“ sehen wir das anhand der vier Mellow-Kinder, deren prägendste Kindheitserfahrung die Tatsache ist, dass ihre Eltern ein unglaublich erfolgreiches Buch über Sex veröffentlich haben, in dem sie ihr Intimleben nicht nur detailliert beschreiben, sondern das auch mit Zeichnungen von ihnen selbst reich bebildert ist. Spurlos gehen der Anblick der Eltern in allen möglichen Positionen und die öffentliche Aufmerksamkeit an keinem von ihnen vorbei. Dreißig Jahre später, die Eltern sind inzwischen lange geschieden, will der Verlag das Buch neu auflegen und damit beginnt für alle eine neuerliche Auseinandersetzung mit dem Thema. Mal ironisch, mal ernst, aber immer in ihrer mitreißenden Erzählstimme und dem Gespür für die Stimmung der unterschiedlichen Dekaden führt Wolitzer durch die Leben ihrer Figuren. Schade, dass auch solche Bücher irgendwann zu Ende gelesen sind. ESt

Meg Wolitzer: Die Stellung. Roman. Aus dem Amerikanischen von Werner Löcher-Lawrence. 367 Seiten, DuMont, Köln 2015
EUR  20,60

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