Re-Perspektivierungen von Migratismus und Rassismus

Auf der Basis einer äußerst spannenden Zusammenführung von Ansätzen aus dem Bereich der post-/dekolonialen Theorie, der Queer Studies, der kritischen Rassismus-, Migrations- und Diasporaforschung diskutiert Alyosxa Tudor in ihrem* aktuell erschienen Werk „from [al’manja] with love“ die komplexen Interdependenzen von Rassismen, Sexismen/Heteronormativität und jenen Differenzkonstruktionen, die sie* als „Migratismus“ bezeichnet. Bezugs- und Ausgangspunkte für ihre* Analyse sind dabei Konzeptionen von und ihre* eigenen Erfahrungen mit „home“ und Konstruktionen von (kultureller/nationaler) „Zugehörigkeit“. Als (macht)analytisch besonders bedeutend erweist sich in diesem Kontext Tudors Plädoyer für eine Unterscheidung zwischen „Migratismus“ und „Rassismus“. Sie zeigt auf, dass derart sowohl die Zuschreibung eines „Migrationshintergrundes“ als spezifische Form der (rassialisierten/ethnisierenden) Differenzkonstruktion, des „othering“ analysiert und benannt werden kann, als auch die Thematisierung von unterschiedlichen (Subjekt-)Positionierungen innerhalb und zwischen Migratisierten möglich werden. Zentrales Ziel von Tudors komplexer aber höchst politisierender (trans-feministischer) Auseinandersetzung mit Rassismus und Migratismus ist das Aufbrechen binärer, migratisierender, rassialisierender, sexistischer Dominanzerzählungen und -verhältnisse sowie Möglichkeiten einer Übersetzung von Positionierungen eines „Dazwischen“ ohne dabei jedoch (unterschiedliche) Privilegierungen zu verleugnen oder unsichtbar zu machen. Christine Klapeer

Alyosxa Tudor: from [al’manja] with love. Trans_feministische Positionierungen zu Rassismus und Migratismus. 336 Seiten, Brandes & Apsel, Frankfurt/M. 2014EUR 30, 80

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