Schönheitsprodukte selbstgemacht

Es ist schon eine nette Vorstellung, wie ein paar vergnügte Freundinnen sich selbstgerührtes Kaffeepeeling auf den Körper schmieren, sich mit Grünem-Tee-Gesichtsspray einnebeln und dann ihre Füße ins Kiefernadelbad hängen. In diesem großformatigen, bunten Anleitungsbuch finden sie einfache Rezepte mit Zutaten für selbstgemachte Kosmetika, die leicht zu kriegen sind – inklusive zahlreicher Zusatzinformationen zu diesen (allerdings ohne Bio- oder Fairtrade-Erwähnung). Weiters finden sich darin zwei ausführliche Kapitel zu (ess- und trinkbarer) innerer und emotionaler Schönheit, die über Musikhören, Tagebuchschreiben und Yoga gepflegt werden kann. Spätestens damit und dem wiederholten Hinweisen darauf, dass jede faktisch immer schön ist, wird ein gewisser feministischer Anspruch sichtbar. Im Wochenprogramm „für ein großes Ereignis“ wird’s schon normativer, da wird für „weiche Lippen und frische Haut“ am Körper sieben Tage lang herumlaboriert, damit ein solches „Muss“ erreicht werden kann. Und schließlich bleibt grundsätzlich zu fragen, warum sich Rezepte für erfrischte Füße, gewaschene Haare oder gereinigte Haut so geschlechts¬spezifisch nur an (schlanke, Weiße) Mädchen wenden. Da braucht dann die feministische Mama ein selbstgemischtes Riechsalz…

Meike Lauggas

Inez Gavilanes: Hallo, du Schöne. Badebomben, Lipgloss und Rosenöl. Einfache DIY-Schönheitsrezepte für Mädchen. Aus dem Dän. von Eva Eckinger. 166 Seiten, Arena Verlag, Würzburg 2017 EUR 15,50 ab 10 J.

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