Sport & Gender

Für mich als ehemalige Leistungssportlerin ist es eine Freude, den Sammelband zu Sport & Gender in den Händen zu halten! Die Kurzbeschreibung am Buchrücken lässt mein Herz noch höherschlagen, weil dort die queer-feministische Schreibweise des Gender_Gap verwendet wird. Auch ein erster Blick ins Inhaltsverzeichnis verspricht viel: In den einzelnen Beiträgen verschiedener Autor_innen wird neben Gender auch „Race“ und Ethnizität, Postkolonialität, Migration, Sexualität, Religion, Behinderung sowie Alter im Zusammenhang mit Sport verhandelt. Neben den deutschen Texten gibt es auch welche auf Englisch. Ein schöner intersektionaler Ansatz für diesen Band. Doch wird der Inhalt auch tatsächlich meinen hohen Erwartungen gerecht? Ich nehme es gleich vorweg: Ja!

Die theoretische Einführung gibt einen guten Überblick über Frauen- und Geschlechterforschung in der deutschen Sportwissenschaft und geht unter anderem auf Biologisierung und Doing Gender ein. Der nächste Themenkomplex bietet Texte zum historischen Kampf um die Teilnahme von Frauen an sportlichen Wettkämpfen. Dann schwelge ich in den Schwerpunkten mediale Repräsentationen von Sportler_innen sowie „Race“ und Ethnizität. In den folgenden Kapiteln finden sich ausgezeichnete, kritische Beiträge zu Homophobie im Sport, Nationalismus, Körperkonzepten des Islam und zu den Paralympics. Ein wirklich umfassender Band zu Sport & Gender für Zielgruppen aus unterschiedlichsten Gebieten.

Birgit Coufal

Sport & Gender – (inter)nationale sportsoziologische Geschlechterforschung. Theoretische Ansätze, Praktiken und Perspektiven. Hg. von Gabriele Sobiech und Sandra Günter.  308 Seiten, Springer VS, Wiesbaden 2017 EUR 39,99

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