Was Mädchen werden wollen

Funk und Wentzel beschäftigen sich in ihrer quantitativen Studie mit der Berufswahl von Mädchen und wählen die Evaluation des bundesdeutschen Girl’s Day als Analysegrundlage. Die einleitende Feststellung ist ernüchternd: Mädchen entscheiden sich nach wie vor überwiegend für klassische „Frauenberufe“. Dennoch gibt es Veränderungen im Kleinen. So unterscheiden sich berufsbezogene Werte junger Frauen heute kaum von jenen junger Männer: Berufe sollen vor allem Spaß machen und abwechslungsreich sein, auch Aufstiegsmöglichkeiten und gute Bezahlung spielen eine wichtige Rolle. Schließlich werfen die Autorinnen einen kritischen Blick auf klassische Strategien geschlechtssensibler Berufsorientierung; welche Wirkung haben weibliche Role Models oder praktisches Ausprobieren tatsächlich? Der quantitativen Herangehensweise geschuldet bleiben einige Fragen offen. So scheint Spaß der alles bestimmende Faktor in der Berufswahl von Mädchen zu sein. Was Spaß macht und wo hier geschlechtsspezifische Sozialisation doch noch ins Spiel kommt, bleibt unklar. Auch die intersektionale Perspektive, die zum Teil Eingang die die Analyse findet, könnte noch konsequenter umgesetzt werden.  Anja Gurtner

Lore Funk, Wenka Wentzel: Mädchen auf dem Weg ins Erwerbsleben: Wünsche, Werte, Berufsbilder. Forschungsergebnisse zum Girl’s Day – Mädchen-Zukunftstag 2013. 192 Seiten, Budrich UniPress Ltd, Opladen-Berlin-Toronto 2014 EUR 23,60

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