Weltuntergang und Paradies

In ihrem zweiten Roman nach dem wundervollen „Der Tag an dem ein Wal durch London schwamm“, erzählt Selja Ahava die Geschichte von Saara, deren Mutter eines Tages tot im Garten liegt, getroffen von einem Eisbrocken, den ein Flugzeug verlor. Es ist auch die Geschichte von Annu, Saaras Tante, die zum zweiten Mal im Lotto gewinnt und so fassungslos von diesem Mehrfachereignis ist, dass sie mit dem Fischer Hamish MacKay brieflich zu korrespondieren beginnt, einem Mann, der immer wieder vom Blitz getroffen wird. Und die von Krista, der neuen Frau von Saaras Vater Pekka, die versucht, sich im neuen alten Haus der beiden Raum zu schaffen. Die N EURotiker*in lernt in diesem Buch, dass eigentlich jederzeit alles passieren kann, zum Verzweifeln ist das aber nicht, denn „Mal kommt der Weltuntergang, mal bricht schlagartig das Paradies aus“, mal gewinnen wir den Jackpot, mal verlieren wir den Verstand, zumindest für einen Moment. Ahava hat mit Stefan Moster einen wunderbaren Übersetzer gefunden. Es bleibt zu hoffen, ihr dritter Roman, der auf Finnisch bereits vorliegt, auch bald von ihm ins Deutsche übersetzt wird. Susanne Oechsner

Selja Ahava: Dinge, die vom Himmel fallen. Aus dem Finn. von Stefan Moster. 208 Seiten, Mare Verlag, Hamburg 2017 EUR 20,60

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