Kategorie: (Auto)Biografien

Emanzipation und Prekariat

Biografien schreiben beinhaltet immer fiktionale Elemente, weil Lebensgeschichten als hintereinander ablaufende aufeinanderfolgende Ereignisse dargelegt werden. Das neue Buch der Philosophin und Autorin Kerstin Decker oszilliert zwischen romanhaften Szenen und faktischen Details. Sie hat sich schon mehrfach an die Spuren von Personen aus dem kulturellen Bereich geheftet, etwa Lou Andreas-Salomé und...

Armut

Einerlei, ob man bereits von der Biografie der Sozialistin Adelheid Popp „Die Jugend einer Arbeiterin“ etwas gehört hat oder erstmalig mit dem Originaltext in Berührung kommt, es empfiehlt sich, ihn als erstes zu lesen, ohne sich zunächst mit den Begleittexten zu beschäftigen. Es braucht keine Anleitung, auch wenn die Beiträge...

Ikone der Sozialdemokratie

Die Historikerin Veronika Duma hat so gut wie alles zusammen getragen, was es über Rosa Jochmann gibt. Das Ergebnis ist eine biografische Verortung aus geschlechtergeschichtlicher Perspektive nach dem Ansatz biografischer Rekonstruktionsarbeit. Alles was im 20. Jahrhundert, dem Jahrhundert der Barbaren, wie Gatterer es nennt, zu erleben war, hat sie erlebt,...

Mit Alma M. Karlin um die Welt

Sie war ihrer Zeit voraus – so startete Alma M. Karlin einem inneren Drang folgend im Jahr 1919 ihre Weltreise. Eine Frau, allein auf Weltreise? Kurz nach dem 1. Weltkrieg eine sehr ungewöhnliche Sache, was vor allem von Karlins Neugier, Hartnäckigkeit und Mut zeugt. Fast neun Jahre lang erkundete sie...

Damenzimmer und Küchentische …

… zählt Simone Frieling in der Einleitung zu ihrer Sammlung von Schriftstellerinnen-Porträts als Beispiele für Orte des Schreibens von Frauen auf. Als Ansatz für biografische Porträts von Autorinnen wie Virginia Woolf, Elisabeth Langgässer oder Gertrude Stein ist dieser Schwerpunkt, wo und unter welchen Bedingungen diese Frauen schreiben konnten oder mussten,...

Little Girl Blue

Hedy Lamarr galt in den 1940er Jahren als „schönste Frau der Welt“. Als Hedwig Eva Maria Kiesler 1914 in Wien geboren, produzierte sie als Eva in Gustav Machatýs Ekstase (1933) einen veritablen Skandal. Nicht die Nacktszenen waren der Tabubruch, vielmehr bleibt der von Hedy Kiesler gespielte Orgasmus, das Gesicht im...

Die Vielseitige

Sie ist Mimi Minus, Madame Ping Pong, Mahatma Gobi und Ramses II. Sie arbeitet als Film- und Theaterregisseurin, Theaterautorin, Performancekünstlerin, Malerin, Schauspielerin, Sängerin und ist zugleich Kunstfigur. All diese Talente vereinigt eine Person in sich: Mara Mattuschka! 1959 in Bulgarien geboren kommt sie zum Studium der Ethnologie und Sprachwissenschaft nach...

Abrechnung mit dem Mythos Kalifornien

Kalifornien zwischen den Jahren 1766 und 2001: Ersteres das Geburtsjahr der Ur-ur-ur-ur-ur Großmutter Elisabeth Scott, einer der ersten SiedlerInnen Kaliforniens, zweiteres das Sterbejahr der Mutter (Eduene Jerrett Didion) der Autorin. In diesem Zeitrahmen zeigt Joan Didion die Entwicklung Kaliforniens und fügt sanft ihre eigene Familiengeschichte ein, wobei sie auch prominente...

Eine ambivalente Heldin

Huismans aus drei Teilen bestehendes literarisches Debut reiht sich in die Tradition der Mütter-Töchter Romane ein. Der erste und der dritte Teil sind autobiografisch. Die Autorin beschreibt, wie unberechenbar die Stimmungsschwankungen ihrer manisch-depressiven Mutter Catherine sind und wie irritierend diese auf ihre Umwelt wirken. Wer ist diese extravagante, cholerische, geltungssüchtige...

Eine beherzte Revolutionärin!

Das vorliegende Werk besticht durch die lebendige Erzählweise in der Ich-Form. Inmitten ihres Katzentrios lässt Louise als alternde Frau ihr Leben nochmals in nicht chronologischer Form an sich vorbeiziehen.Bedingt durch die Obhut der Großeltern erhält Louise Bildungskapital. Sie wird Lehrerin und geht nach Paris. Ihre Sympathie gilt den unterdrückten Klassen....