Kategorie: Lyrik

Die Nacht an den Tag

Als dritter Band der vierteiligen Werkausgabe der bedeutsamen Kärntner Dichterin sind nun überwiegend unveröffentlichte Gedichte aus deren Nachlass erschienen. Die 484 Gedichte stammen aus allen Schaffensperioden und beginnen mit dem erst kürzlich wieder entdeckten Erstlingswerk „Die Nacht an den Tag“ aus dem Jahre 1948. Ein umfangreicher Anhang informiert über die...

Sehnsüchte

Sigrid Glück, die in Wien und Sankt Gilgen am Wolfgangsee schreibt und früher unter dem Namen Sigrid Kohl veröffent‑ lichte, hat nun eine Auswahl aus Gedichten aus den Jahren 2001 bis 2011 vorgelegt. Als Kennerin der salzburgischen Gegend um den Wolfgangsee kommt frau nicht umhin, manches aus dem landschaftlichen Umkreis...

Du

Marianne Horvaths neuer Gedichtband „Worte haben andere Schritte“ ist über weite Strecken ein Dialog mit einem „Du“, das die Autorin als Gegenüber anspricht. Es bleibt größtenteils unbestimmt, wer, wann und wo dieses „Du“ ist. Auf jeden Fall sind es intensive und metaphorische Auseinandersetzungen mit all diesen „Du“-Situationen, die nicht immer...

Wanderung ins Weiß

Der Einband grau schimmernd, die Klappen tief blau und die Seiten dick weiß; das Debüt von Maren Kames ist so geschmackvoll wie nur irgend möglich arrangiert. Die Autorin wurde 1984 geboren, hat Literarisches Schreiben in Hildesheim studiert und gewann 2013 den 21. Open Mike der Literaturwerkstatt Berlin. Bei „halb taube...

Sprachspiele

Manchen Autor_innen ist die Liebe zur Sprache und die Leidenschaft für das Sprachspiel bereits an den ersten Sätzen anzuerkennen. Und das ist es auch, was Judith Nika Pfeifers schmalen Gedichtband so reizvoll macht: Die Lesenden begeben sich mit der Autorin in eine neue Welt der Sprache hinein, die manchmal so...

Reisen in Bildern und Sprache

Ana Schoretits‘ neues Buch ist übervoll von sinnlich Erfühltem, Gehörtem und Erlebtem aus ihren unterschiedlichen Reisen, die sie in eine Route mit Start und Zielpunkt Zagersdorf, ihrem burgenländischen Heimatort, verwandelt hat. Gedichte und Prosa umarmen einander und ergänzen sich sprachlich. Bege‑ gnungen, Geschichte, Sprache, Kunst und Kultur der einzelnen Länder...

Im Fluss

Mit „Sprache und Regen“ brachte der Hanser Verlag im Frühjahr 2016 einen Lyrikband der Schwedin Katarina Frostenson heraus. Dabei handelt es sich um eine Sammlung von Gedichten, die im Original zwischen 1999 und 2011 in vier unterschiedlichen Gedichtbänden erschienen. Frostenson wurde 1953 in Stockholm geboren, verfasste neben Lyrik auch Dramen...

„Scheiß auf das Gedicht“

Die 30-jährige Kate Tempest ist in Großbritannien seit Jahren als Rapperin und Songwriterin bekannt, doch auch ihre Literatur – Romane, Theaterstücke und Lyrik – sorgt zunehmend für Aufsehen. Ihr jüngster Lyrikband wurde nun übersetzt und ist als zweisprachige Ausgabe bei Suhrkamp erschienen, im biederen Taschenbuch-Style. Dabei hätten es diese Texte...

Vom Zuhause eines Satzes rennen

In diesem schmalen Gedichtband, der haptisch an gelbe Reclam-Hefte erinnert, aber violett im Umband und ebenso leicht einzustecken ist, sind es die Beobachtungen am Rande des Vorbeigehens, die eine beim Lesen auf der Stelle inne halten lassen. Hier ist eine in Lyrik aufgebrochen, hat sich aufgemacht, ist an sich zurückgekehrt,...

Jasmin und Herbst

Antina Zlatkova erhielt für ihren ersten Gedichtband mit dem Titel „papierschiffe“ (2010) im Jahr 2012 den Lyrikpreis der Exil-Literaturpreise. „Fremde Geografien“ könnte, auch weil der Text in deutscher und bulgarischer Sprache gedruckt ist, ebenfalls unter dem Label „Exillyrik“ verbucht werden. Und tatsächlich verwebt die Autorin die Motive Fremdheit und Heimat,...