Kategorie: Geschichte

Jugendbewegung revisited

In dieser umfassenden Studie soll die bürgerliche Jugendbewegung zwischen 1913 und 1923 in ihrer Gesamtheit dargestellt werden. Antje Harms räumt mit der verklärenden Vorstellung auf, die Jugendbewegung sei unpolitisch gewesen, und stellt in klarer, gut lesbarer Sprache dar, wie sich insbesondere die Gruppierungen des rechten Flügels offen antisemitisch und völkisch...

Exklusion als Erfolgsmodell

Die Historikerin Susan Zimmermann hat ein außerordentlich lehrreiches Buch zu Frauenpolitik und Männergewerkschaftsbewegungen in der Zwischenkriegszeit geschrieben. Das flüssig geschriebene Werk befasst sich mit dem IGB (dem Internationalen Gewerkschaftsbund) der Fraueninternationale und dem gewerkschaftlich-frauenpolitischen Internationalismus im IGB. Die Abschnitte lassen sich durchaus getrennt voneinander lesen. Der IGB trat ein für...

Frauen im Centralverein

Ausgehend von einer breiten Quellenbasis (wie dem in Jerusalem zugänglichen Vereinsarchiv) legt die Historikerin Rebekka Denz eine als Dissertation entstandene, sorgfältige Studie vor. Der 1893 in Berlin gegründete Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens war die mitgliederstärkste jüdische Organisation im Deutschen Reich. Frauen hielten Vorträge in den Frauengruppen, arbeiteten vor allem...

Frauengeschichte der Schweiz 1971 – 2021

Anlässlich von fünfzig Jahren Schweizer Frauenwahlrecht wird von fünf Historikerinnen auf dieses halbe Jahrhundert Schweizer Frauengeschichte zurückgeblickt. Jede Dekade hatte ihre eigenen Herausforderungen im Kampf um die Rechte der Frauen zu bewältigen. Heftige Widerstände und aggressive politische Manöver begleiteten beispielsweise die Bestellung der ersten Bundesrichterin Margrith Bigler-Eggenberger 1974, der ein...

„Freundinnen junger Mädchen“ 1886 bis heute

Erstmals umfassend dargestellt wird hier die Geschichte der 1886 gegründeten Schweizer Sektion der internationalen Organisation „Freundinnen junger Mädchen“. Ziel war der Schutz allein reisender, arbeitssuchender Frauen vor Prostitution und Ausbeutung am Arbeitsplatz. Hilfesuchende Frauen konnten sich an die Vereinsmitarbeiterinnen an den großen Schweizer Bahnhöfen wenden, um nützliche Adressen und Hilfestellung...

40 Jahre sichtbar

Vor 40 Jahren wurde die HOSI-Wien-Lesbengruppe gegründet, aus diesem Grund erscheint dieses Buch und eine Ausstellung im Gugg wird konzipiert. Nach Inseratschaltungen von Doris Hauberger und Helga Pankratz trafen sich im HOSI-Zentrum am vierten November 1981 sechs Lesben und gründeten die Gruppe. Texte von Margit Hauser und Birge Krondorfer geben...

Frauen der DDR – organisiert und bewegt

Mit der vorliegenden Dissertation der frauen-, kultur-, und zeithistorisch arbeitenden Autorin Jessica Bock wird erstmals eine über 20 Jahre gesammelte Existenz von Frauengruppen in der DDR am Beispiel von Leipzig veröffentlicht: Umfangreiche Archivarbeit und akribische Sichtung von Quellen – vor allem jene aus Privatarchiven der interviewten Zeitzeuginnen – ermöglichen eine...

Warum so viel Hass?

Eine Resonanzgruppe zum Thema Holocaust und dessen Entstehung war der Ausgangspunkt der Studie, die sich nicht nur mit historischer Kontextualisierung, sondern auch mit den traumatischen Nachwirkungen der nationalsozialistischen Weltanschauung befasst. Hitlers Werdegang wird nachgezeichnet, vor allem im Hinblick auf die Entwicklung seiner Gewaltbereitschaft. Die AutorInnen legen dar, wie der Plan,...

Jüdische Medizinerinnen in der NS-Zeit

Sehr fundiert hat Birgit Formanski 42 Biografien jüdischer Medizinerinnen aufgearbeitet, die ab 1933 von den permanent verschärften antijüdischen Maßnahmen betroffen waren. Sowohl die akademischen, als auch die beruflichen und privaten Werdegänge werden beschrieben. Auch auf das Schicksal der Familienmitglieder wird Bezug genommen. Des Weiteren wurden auch sehr interessante allgemeine Informationen...

Sieg durch Unterhaltung

Viel wurde bereits über den Zweiten Weltkrieg geforscht und geschrieben, über die zentrale Rolle der Truppenbetreuung und der Funktion von Musik als der „deutschesten der Künste“ in der Kriegsführung ist jedoch bislang wenig bekannt. Soldaten der Wehrmacht sollten durch Abwechslung, Ablenkung und Entspannung „bei Laune gehalten“ werden. Zum Zwecke der...