Autor: m l

Alle Macht den Elefanten

Plötzlich waren sie da, die Elefanten und das mitten in Berlin. Nach dem Erlass eines neuen Elfenbeingesetzes, das die Einfuhr exotischer Jagdtrophäen einschränken soll, wird Bundeskanzler Winkler überfallsartig vom Präsidenten Botswanas mit 20.000 Elefanten ‚beschenkt‘. Sofort macht sich Panik in Regierungskreisen breit, denn zu allem Übel stehen auch noch Wahlen...

Gefiederte Identität

Von klein auf führt Amélie Nothomb ein privilegiertes Leben. Als Tochter eines belgischen Diplomaten ist die ganze Welt ihr Zuhause. Geboren in Japan, wächst sie in China, Bhutan, den USA und vielen anderen Ländern rund um den Globus auf. Als Kind fasziniert sie das tragische Märchen der Kranichfrau, die zum...

Raus aus dem Paradiesgarten

Eine märchenhaft versprachlichte Bildanalyse schafft Lisa Kränzler mit ihrem kleinen Buch Mariens Käfer anhand des Gemäldes „Das Paradiesgärtlein“ eines des Oberrheinischen Meisters von 1410/1420. Im Stil eines Kunstmärchens erzählt sie die Geschichte eines Käfers, der auf dem Bild eher unspektakulär platziert und am Rande zu sehen ist. Jetzt wird er...

Nicht in der Norm

Klara leidet an einem Erschöpfungssyndrom. Phasenweise „funktioniert“ sie in ihren Rollen als Kleinkindmutter und Arbeitnehmerin. Zwischendurch Zusammenbrüche, Spitalsaufenthalte. Ihr Mann versucht mit viel Verständnis den Alltag am Laufen zu halten, aber auch, Klaras Zustand zu „managen“. Keine Recherche, keine Spezialist:innen führen zu einer Diagnose und viel weniger noch Heilung. Klara...

Den Schmerz im Familienkörper finden

Im Debütroman Familienkörper beschäftigt sich Michèle Yves Pauty mit familiären Beziehungen, Krankheit und Körperlichkeit. Dabei wird die Erfahrungswelt des literarischen Ich, dessen Aufwachsen im Tirol der 1980er Jahre den Rahmen des Romans bildet, überzeugend beschrieben. In einer klaren Sprache wechselt Pauty in kurzen Absätzen zwischen der Perspektive des Ich und...

Endlich wieder wach

„Dem Schlaf gehört alles: mein Tag und meine Nacht.“ Mit diesen Worten beginnt Tamar Noorts neuer Roman und beschreibt damit sehr treffend, wie präsent der Schlaf ist, gerade wenn er nicht da ist. Janis arbeitet als Nachtwache in einem Schlaflabor und trifft dort auf Sina, eine Lehrerin und Mutter, der...

Für immer Punk!

Die Schuhfabrik gilt als das autonome Zentrum inmitten von Wien. Die Bewohner*innen und Nutzer*innen mit ihren Geschichten sind so vielfältig und verschieden, wie wir das Leben kennen: Mariannes Bruder erschießt sich versehentlich vor ihren Augen, auch wenn ihr das nur mäßig leid tut; das neugierige Huhn Minerva, das auf ihren...

Bewegte österreichische Familiengeschichte

Zwei Bauernhöfe hoch oben an einem Berg in Österreich bilden den Kosmos, in den Gabi Kreslehner ihre Leser:innen mit Wer wir geworden sind tief eintauchen lässt. Schicksalsschläge und die Wirren von zwei Weltkriegen führen dazu, dass es vor allem Frauen sind, die hier alles zusammenhalten, die Familien ebenso wie die...

Ab- und Aufbrüche

Der 1974 sowohl in der DDR als auch in der BRD erschienene Roman der DDR-Autorin Gerti Tetzner wurde neu aufgelegt. Die dreißigjährige Karen W., ausgebildete Juristin und Mutter einer achtjährigen Tochter, verlässt ihren intellektuellen Mann Peters in Leipzig, um sich an ihrem Geburtsort auf dem Land neu zu orientieren. Ihre...

Ungeahnte Freiheit

Mit ihrem zweiten Roman nimmt uns Juliane Baldy mit auf eine wilde Reise quer durch Herzschmerz und Selbstfindung. So plakativ das im ersten Moment anmutet, entfernt sich die Autorin jedoch mit jeder neuen Seite mehr und mehr von Stereotypen und erwartbaren Handlungssträngen. Mirjam wird von ihrem langjährigen Freund Martin Mustermann...