Verschlagwortet: Migration

Protestgeschichte

Viele kamen alleine, arbeiteten, kämpften für ihre Rechte, holten ihre Männer nach. Migrant*innen aus der Türkei veränderten nicht nur die Ordnung der Geschlechter, sondern sie bewirkten auch Änderungen im Aufenthaltsrecht und stellten das Konzept von Staatsbürgerschaft in Frage. Trotzdem sind weibliche Migrant*innen aus der Türkei im öffentlichen Diskurs kaum sichtbar...

Mitgift

„Die Rekonstruktion von Körpern ist eine Möglichkeit, das Patriarchat herauszufordern, das die Körper von Frauen zensiert, kontrolliert und ihnen oft gleichgültig gegenübersteht. Für mich war es wichtig, nicht so sehr ein persönliches Porträt zu schaffen, sondern ein kollektives – pulsierend und lebendig.“ So beschreibt die Wissenschaftlerin und Poetin Jegana Dschabbarowa...

Wer kommt hier nicht vom Weg ab?

Die jüdisch-marokkanische Künstlerin Salomé Abergel verschwindet aus ihrem Haus im Amsterdam – und löst damit eine Kette an Ereignissen aus. Warum sie verschwindet, wird erst im Verlauf des Romanes klar: Auch dies hat eine Reihe an Zufällen und merkwürdigen Begegnungen zum Grund. So führen die Geschichten des Romanes nicht nur...

Die Heimat ist ein warmer Arm

Thảos Vater verlässt die Familie 1988, um als Vertragsarbeiter in der DDR zu arbeiten. Thảo ist zu diesem Zeitpunkt drei Jahre alt und sieht ihren Vater nur einmal, bis er sie und ihre Mutter zehn Jahre später mit 13 Jahren nach Deutschland holt. Kann man einen Vater kennen(lernen), von dem...

Praktische Konsequenzen aktueller Migrationspolitik

Wer innerhalb der europäischen Grenzen lebt, schließt oft die Augen vor dem, was an den Grenzen passiert. Logisch, denn die Gräueltaten der sogenannten ‚Festung Europa’ zu verarbeiten ist schwer. Davon handelt das neue Werk der österreichischen Migrationsforscherin Judith Kohlenberger. In ihrem Essay Grenzen der Gewalt. Wie Außengrenzen ins Innere wirken...

Ein schöner Hype

Irina, die im digitalen Leben Toxische Pommes heißt, hat mit ihren satirischen Tik Toks, die die österreichische Seele porträtieren, in kürzester Zeit einen Riesenerfolg gefeiert. Von Social Media aus bahnte sie sich ihren Weg auf die wichtigsten Kabarettbühnen. Nun ist ihr erster Roman erschienen. Schon wieder ein Roman, der die...

Einmal Exil und zurück

Im Debüt von Maya Binyam berichtet ein namenloser Ich-Erzähler von seiner ungewollten Reise in sein namenloses afrikanisches Herkunftsland. Seltsam unbeteiligt, aber mit subtilem Witz, erfahren wir von der Flugreise aus den USA bis zum Ziel der Reise, einem entlegenen Dorf in der Bergregion des namenlosen Landes, in dem der vermeintlich...

Das Große im Kleinen

Demente Großmutter, ungarische Pflegerin, kiffender Enkel – drei Menschenschicksale treffen aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Elvira ist hochbetagt und lebt mit wechselnden 24-Stunden-Betreuerinnen in einem kleinen gelben Haus in der Provinz. Sie war einst Schauspielerin und hat ihren unehelichen Sohn allein großgezogen, der es zu etwas gebracht hat. Marika...

Familienkram

Simon hat vor 25 Jahren die Niederlande verlassen, um sich in Kanada bei einem Onkel väterlicherseits niederzulassen. Die Ablösung von seiner Familie schien ihm notwendig, um unbefangen die eigene Realität zu meistern und sich vom innerfamiliären Druck zu lösen, nun ist er einfacher Facharbeiter mit wenig sozialen Kontakten ohne Hoch-...

Exil anders

Der vorliegende Sammelband liefert einen wertvollen und längst fälligen Beitrag zur Flucht- und Migrationsforschung, denn er beleuchtet Flucht und Vertreibungserfahrungen aus der Perspektive der Frauen. Fokussiert wird auf die Zeit des Nationalsozialismus, also von 1933 bis 1945, sowie auf gegenwärtige Fluchtbewegungen, z. B. aus Syrien oder Tschetschenien. Bei vielen Unterschieden...