Kategorie: Arbeit

Pendelpfleger*innen

Die Autorin der qualitativen Studie hat problemorientierte Interviews mit polnischen Pendelmigrant*innen geführt, die zur Pflege alter Menschen in Deutschland tätig sind. Mit einer Einführung in den aktuellen Forschungsstand zeigt sie Entwicklungsszenarien auf. Die Arbeitskräfte sind auf eine Vierundzwanzig-Stunden-Pflege, die im Rotationsprinzip abläuft, spezialisiert. Verschiedenste Motivationen zur Annahme dieser Tätigkeit sind...

Frauenkarrieren und doing gender

Trotz eines weiblichen Beschäftigungsanteils von 80% sind Führungspositionen im Gesundheits- und Sozialbereich mehrheitlich mit Männern besetzt. Im Rahmen einer Studie der Hochschule Niederrhein führten die Autorinnen eine umfassende Analyse der verinnerlichten, interaktionalen und strukturellen Bedingungen, die männliche Führung begünstigen, durch. Bezugnehmend auf Foucaultsche Annahmen zu epistemischen, also wissens- und machtkonstituierenden...

Diskriminierungsschutz und Verteilungsfragen

Der Sammelband vereint Beiträge zum rechtlichen Genderverständnis. Rössl stellt fest, dass es große Unterschiede zwischen heteronormativen und gleichgeschlechtlichen formalisierten Beziehungen in der Gesetzgebung gibt. Der Gesetzgeber favorisiert klassische Mutterschaftsrollen, eine autonome Lebensgestaltung ist für Mütter nicht vorgesehen. Neuwirth konstatiert, dass die Initiativen der Väterbewegung zu einer Retraditionalisierung der Rollenverteilung führten....

Psychologische Karriereanalysen

Mittlerweile vielfach untersuchte Fragen nach Hintergründen und Lösungsmöglichkeiten von vertikal und horizontal segregierten Arbeitsmärkten werden in diesem Buch aus strikt sozialpsychologischer Perspektive beleuchtet. Ausführlich werden US-amerikanische Forschungen über Geschlechterstereotype, ihre Entstehung, Wirkung und Veränderlichkeit einigermaßen universalistisch dargestellt, soziale Rollen und Hierarchien hinsichtlich ihres Beitrags dazu berücksichtigt, um zu erklären, wie...

Frauen und finanzielle Emanzipation

Der Inhalt des Sachbuches ist durch Titel und Untertitel gut abgegrenzt – es ist ein Appell an Frauen, sich in Geldangelegenheiten zu emanzipieren und sich zukunftsorientiert um ihre Altersvor- bzw. -versorgung zu kümmern. Wie sie das tun können, welche Möglichkeiten es gibt sich beraten zu lassen, wie die rechtliche Situation...

Sexarbeit – neoliberale Begriffsverwirrung?

Anita Kienesberger beschäftigt sich in „Fucking Poor“ mit politischen Debatten über Prostitution. Sie stellt dabei die These auf, dass der Begriff „Sexarbeit“ einem entpolitisierten Normalisierungsdiskurs entspringe, der die Ausbeutung von Frauen verharmlose und legitimiere. „Sexradikale Ansätze“ würden verabsäumen, Prostitution als Ausdruck patriarchaler Ungleichheit zu lesen. Dies komme einer neoliberalen Marktlogik,...

Erzähl mir nichts von Nähmaschinen

Wo Rotlichtviertel zu Blaulichtvierteln werden nimmt die (Polizei-)Gewalt gegen SexarbeiterInnen zu und mafiöse Strukturen gedeihen. Die Auswirkungen auf die Lebens- und Arbeitsbedingungen von SexarbeiterInnen sind verheerend. Die Autorin fordert daher eine umfassende Legalisierung von Sexarbeit, ohne juristische Spitzfindigkeiten („Bestrafung der Freier“). Sexarbeit ist (Dienstleistungs-)Arbeit, ob am Telefon, im Internet, live...

Beruf oder Berufung?

Vielleicht erinnern sich einige noch an den Werbespot der SOS-Kinderdörfer: „Eine SOS-Kinderdorfmutter zu sein ist wahrscheinlich der anstrengendste Job der Welt…“ Der Werbespot zeigt eine junge Frau, die für ihre Fitnessübungen Kinder hochstemmt. Die vorliegende Dissertation „Mütter ohne Grenzen“ beschäftigt sich mit Verschränkungen von Mutterschaft und Arbeit. Sarah Speck hat...

Doing mother im postfordistischen Wandel

Berufstätigkeit von Müttern war in der DDR und sei auch heute noch in Ostdeutschland selbstverständlicher – dies ist die Ausgangserzählung, der Astrid Baerwolf in ihrer umfangreichen ethnografisch angelegten Studie nachgeht. Sie versucht dabei die Frage zu klären, inwieweit sich das Verhältnis von ostdeutschen Müttern zu ihrer Berufstätigkeit verändert hat und...

Informelle Pflege aus wissenschaftlicher Sicht

Rund 80% der Pflege und Betreuungsleistungen werden in Österreich im informellen Rahmen, also von Angehörigen, Bekannten, FreundInnen und Nachbarinnen erbracht. Das Buch befasst sich mit den herrschaftlich verfassten Rahmenbedingungen sowie vielfältigen Problemfeldern der Pflegenden und deckt damit auch Blindstellen sowohl in der Forschung als auch im real existierenden Unterstützungsangebot für...