Verschlagwortet: Nationalsozialismus
Irene Messinger wählt die Kollektivbiografie sehr bewusst für ihre Studie, in der sie ihre jahrelange Recherchearbeit zu 80 Fürsorgerinnen-Biografien präsentiert. In klarer Sprache, mit Zusammenfassungen am Ende eines jeden Kapitels werden die Anfänge der Fürsorge/Sozialen Arbeit, die damals wie heute mehrheitlich Frauenarbeit ist, in dem als Open-Access-Band erhältlichen Werk anschaulich...
Erica Ludolph wurde 101 Jahre alt. Erst am Ende ihres Lebens begann sie Zeugnis abzulegen über ihre widerständigen Taten und Rettungsaktionen während des Nationalsozialismus. Getragen von christlichem Glauben und eingebettet in ein Netzwerk antinazistischer/antifaschistischer Pfarrer der Bekennenden Kirche setzte Ludolph als junge Frau zahlreiche Aktivitäten gegen das NS-Regime: es begann...
Auch in ihrem neuen Roman geht es der Autorin Svenja Leiber um das Aufdecken patriarchaler Machtverhältnisse in einem autoritären System. Anfang der 1940er-Jahre wurde die 16-jährige Nelka als Zwangsarbeiterin aus Lwów (Lwiw) von den Nationalsozialisten nach Norddeutschland verschleppt. Circa 50 Jahre später besucht Nelka diesen Ort. Gemeinsam mit Schura und...
Ich möchte zurückgehen in der Zeit ist ein Roman, in dem Hermann ihrer eigenen Familiengeschichte nachgeht, die exemplarisch für das intergenerationell vererbte Schweigen über SS-Kriegsverbrecher in der eigenen Familie steht. Hermann bleibt ihrem Stil mit klaren, kurzen Sätzen und gewollten Leerstellen treu: sprachlich am Punkt und über das Geschriebene hinausgehend....
Barbara Kadletz beleuchtet in ihrer Graphic Novel eine Form von Widerstand gegen den Nationalsozialismus, die eine*r nicht sofort einfällt: junge Menschen, die Jazz lieben und sich den Vorschriften der Nazis in Bezug auf Kleidung, Lebensstil und Musikgeschmack widersetzen. Kadletz entwirft in Schlurfkatzen eine fiktive Wiener Geschichte, die an realen Personen...
„Sie war ein Wunder von Mensch“ schreibt Igor Levit im Vorwort zu diesem Band mit Fotografien und Aussagen der Zeitzeugin Margot Friedländer, die kürzlich mit 103 Jahren verstarb. Das Buch versammelt Sequenzen von Erinnerungen an ihre Kindheit, an kleine, widerständige Handlungen während der NS-Zeit, an den Moment der Deportation der...
n ihrer neuen Graphic Novel Schweigen verwebt Birgit Weyhe die Geschichte zweier deutscher Frauen, die in unterschiedlichen Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts nach Argentinien auswandern: Zum einen Ellen Marx, die als 17-jährige deutsche Jüdin 1939 ohne ihre Eltern vor den Nazis flüchtet. Zum anderen Elisabeth Käsemann, die in den späten 1960er...
Gleichgeschlechtliche Beziehungen waren in Österreich unter allen Regimen strafbar. Von der Monarchie über die erste Republik, den Austrofaschismus, den Nationalsozialismus bis in die zweite Republik hinein bis 1971. Das Gesetz galt in Österreich für Frauen und Männer, während in Deutschland nur männliche Homosexualität strafbar war. Diese Diskrepanz im Strafrecht wurde...
Sina Speits Monografie analysiert erinnerungskulturelle Aus-einandersetzungen der „Neuen Frauenbewegung“ in Deutschland zwischen 1968 und 1994. Anhand von Quellen wie feministischen Zeitschriften, Broschüren, Filmen und wissenschaftlichen Publikationen aus der historischen Frauenforschung untersucht Speit, wie Fragen nach NS-Täter*innenschaft, Widerstand und Opferperspektiven verhandelt wurden. Bereits im Umfeld der 68er-Bewegung hatten Feminist*innen begonnen, ihre...
Wie Menschen Orte prägen – und umgekehrt: Darum geht es bei Petra Reichenbachs Multimedia-Projekt und in dem dazu erschienenen Katalog. Sie fokussiert die Rolle der Frauen in der Lichtenburg in Sachsen. Die Historie des Ortes in Kürze: Vom kleinen Kloster mit Kapelle zur von Kurfürstinnen kunstvoll konzipierten Schlossanlage, die –...