Black History Matters

In ihrem Debütroman gibt sich die US-amerikanische Autorin ghanaischer Herkunft Yaa Gyasi nicht mit Kleinigkeiten ab. Beginnend im 18. Jahrhundert verfolgt sie über sieben Generationen die Lebenswege zweier miteinander verbundener Familienstränge eines Fante-Dorfes im heutigen Ghana. Effia wird mit einem britischen Soldaten verheiratet und bleibt im Land, Esi wird als versklavte Frau in die USA verschifft und landet auf einer Baumwollplantage. Ausgehend von diesen beiden Frauenbiografien folgen die einzelnen Kapitel dem Schicksal der nachfolgenden Generationen bis in die Gegenwart. Die Autorin zeigt anhand der umsichtig gezeichneten Figuren die vielfältigen Auswirkungen von Kolonialismus, Sklaverei und Rassismus. Interessant sind dabei die vielen Einzelaspekte, die Gyasi zu Tage fördert, etwa in welchem Ausmaß die britische Kolonisierung zu einer Korrumpierung afrikanischer Dorfgemeinschaften führte; oder wie ausbeuterische Lebens- und Arbeitsbedingungen in den Kohleindustrien Birminghams den Dialog zwischen Schwarzen* und Weißen* durch die gemeinsame Arbeit in Gewerkschaften beförderte. Der angenehme Erzählfluss ermöglicht ein rasches Eintauchen in die Gefühlswelten der unterschiedlichen und zahlreichen Figuren – bei manchen der Lebensgeschichten möchte eine_r beim Lesen noch länger verweilen als es die kurzen Kapitel oft ermöglichen. Das macht schon jetzt neugierig auf den nächsten Roman von Yaa Gyasi.

Kordula Knaus

Yaa Gyasi: Heimkehren. Aus dem amerik. Engl. von Anette Grube. 215 Seiten, DuMont Buchverlag, Köln 2017 EUR 22,70

 

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