Prinz oder Prinzessin

In zunehmendem Maße ist in der Kinderliteratur das Aufbrechen einer binären Geschlechterordnung Thema, was auch aus Elternperspektive sehr willkommen ist, ist doch die Frage „Bub oder Mädchen“ quasi von der ersten Minute nach der Geburt an scheinbar unausweichlich (und nervig) und der Moment schmerzhaft, von dem an das Kindergartenkind die Prin‑ zessinnensocken nicht mehr tragen will, weil sie „nicht-konform“ sind.

Jetzt gibt es da das Märchen „Prinzessin Hannibal“ von Melanie Laibl, das von einem Prinzen erzählt, der lieber eine Prinzessin wäre. Rat findet er bei seinen sieben älteren Schwestern, allesamt „richtige“ Prinzessinnen. Die erzählen ihm von den Mühen des Prinzessinnenlebens mit all den Zwergen, Erbsen und Fröschen, und schließlich, dass in jedem Prinzen ebenso ein Fünkchen Prinzessin stecke, dass es zu entfachen gilt. Und das macht Hannibal schließlich auch. ESt

Melanie Laibl: Prinzessin Hannibal. Illustriert von Michael Roher. Luftschacht, Wien 2017            EUR 22,60

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