Antifeminismus und Anti-Abtreibungsbewegung

In dem kleinen, roten, im UNRAST-Verlag erschienen Büchlein analysieren Eike Sander, Ulli Jentsch und Felix Hansen die Anti-Abtreibungsbewegung in Deutschland (zum Teil auch in Österreich) und richten den Blick auf die Aktionsformen und ideologischen Begründungszusammenhänge der wesentlichen Akteur*innen der selbst ernannten „Lebensschützer“. Sie arbeiten die Zusammenhänge mit antifeministischem, rechtsradikalem und christlich-fundamentalistischem Gedankengut heraus und zeigen auf, dass es sehr oft nur vordergründig darum geht, ungeborenes Leben zu schützen. Zentrale Punkte in der Ideologie der Lebensschutz-Bewegung sind die Angst vor „Überfremdung“, an der vor allem auch die Frauen schuld seien, die keine Kinder mehr gebären (wollen), die Propagierung der traditionellen Vater-Mutter-Kind(er)-Familie, die durch alternative Lebensmodelle in Gefahr sei zu verschwinden, die Betonung auf christliche Werte sowie die Identifizierung von Feindbildern im Feminismus, in der „Linken“ und der „Glitzerwelt des Materialismus“. Die Darstellung der Methoden, die Beschreibung der historischen Entwicklung und die Analyse der ideologischen Hintergründe der Anti-Abtreibungsbewegungen sind nicht nur ein verdienstvolles Unterfangen, sondern vor allem auch eine Aufforderung die nächste Pro-Choice-Demo nicht zu versäumen. vab

Eike Sander, Ulli Jentsch, Felix Hansen: „Deutschland treibt sich ab“. Organisierter „Lebensschutz“. Christlicher Fundamentalismus. Antifeminismus. 98 Seiten, Unrast Verlag, Münster 2014EUR 8,10

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