Das ist was ganz Natürliches

Christiane Pieper erzählt in ihrer Graphic Novel „Landei – eine Kindheit“ aus der Perspektive der kleinen Inga, die mit ihrer etwas älteren Schwester Greta und den Eltern auf einem Bauernhof im Norden Deutschlands in den sechziger Jahren aufwächst. Aushelfen im Stall und in der Küche, Besuche von Verwandten in der Stadt, neue Begegnungen, Spielen und Streiten mit Freund_innen und Schwester. Vor dieser Kulisse entwickelt sich das normale Leben mit sämtlichen Emotionen und der Alltag, der für ein kleines Mädchen noch voller Abenteuer und Entdeckungen steckt, und gar Vieles scheint noch ganz unverständlich zu sein. Mit viel Gespür für den Blick eines Kindes entlarvt Christiane Pieper dabei charmant und humorvoll die Absurditäten des von gesellschaftlichen und ökonomischen Zwängen beherrschten Lebens der Erwachsenen. So wird auch nachvollziehbar vermittelt, wie subtil Vorbilder prägen und Verhaltensmuster unwillkürlich übertragen werden.

Trotz des, auf den ersten Blick, einfach gehaltenen Zeichenstils, stecken die Bilder voller Details und schaffen es so die Atmosphäre des Orts und der Zeit einzufangen sowie die Charaktere mit freundlichem Leben zu erfüllen. Als Bonus erhält man zusätzlich eine kleine Einführung ins Plattdeutsche. Theodora Truba
Christiane Pieper: Landei. Eine Kindheit. Graphic Novel. 128 Seiten. Edition Moderne, Zürich 2015 EUR 20,40

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