Die erste Ökologin

Im 17. Jahrhundert reiste die Malerin und Naturforscherin Maria Sibylla Merian nach Surinam, das damals zum Kolonialreich der Niederlande gehörte. Die Niederlande hatten das Land von England im Gegenzug zur Übergabe von New York erhalten. Merian war 1691 von Westfriesland nach Amsterdam gezogen und hatte sich im Forschungsgarten und den Wunderkammern der künstlerisch und wissenschaftlich florierenden Stadt mit tropischen Pflanzen und exotischen Tieren beschäftigt. Die zwei Monate dauernde Schiffsreise nach Südamerika trat sie nun mit ihrer Tochter Dorothea an. Ziel waren Feldforschung und Malerei vor Ort: sie zogen tropische Pflanzen im eigenen Garten, unternahmen Expeditionen in die Urwälder und studierten die Metamorphose der Schmetterlinge. Zurück in Europa entstanden farbenprächtige und detailgetreue Abbildungen von Schmetterlingen, Käfern, Eidechsen und Schlangen. Die Bilder zeigen den holistischen Blick der Malerin: die Tiere sind auf ihren Bildern immer eingepasst in deren natürliche Umgebungen mit Pflanzen und Früchten. Reproduktionen von Schmetterlings- und anderen Tier- und Pflanzenbildern bilden den Hauptteil des wunderschönen Buches, das außerdem einen Text mit Überblick über Lebensweg, Forschungsinteressen und Reisen und ein Werkregister der Künstlerin und Wissenschafterin beinhaltet.

Susa

Kate Heard: Maria Sibylla Merians Schmetterlinge.  192 Seiten, Gerstenberg, Hildesheim 2017 EUR 28,80

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