Frau und Hund

In der Praxis der Tiertherapeutin und Ethologin Patricia B. Mc Connell werden Probleme mit Hunden zu Schauplätzen emotionaler Offenbarungen. Die Hundeexpertin arbeitet mit einem reichen Wissensreservoir – auch die Philosophie der Mensch-Tier-Beziehungen gehörte jahrelang zu ihrem Fachbereich an der Universität Wisconsin. Oft berät sie Menschen, deren Hunde sich aggressiv verhalten, doch als sie selbst einen jungen Border Collie bei sich aufnimmt, stellen sich besondere Herausforderungen ein. Menschen gegenüber verhält sich Will überaus freundlich, Hunde jedoch wehrt er mit Knurren und Bissen ab. Auf der Suche nach den Ursachen des bedrohlich aggressiven Verhaltens, das sie als Ausdruck von tiefliegender Angst interpretiert, verwebt die Autorin immer wieder Überlegungen und eigene Erinnerungen an Erlebnisse aus ihrer Jugend. Eindringlich schildert sie lang zurückliegende Eindrücke, die sie lange für „verarbeitet“ gehalten hat, bis sie sie als „verdrängt“ einstuft und sich damit auseinandersetzt: „Ich wusste, wie es ist, wenn man gegen die Dämonen in seinem Innern ankämpft und trotzdem unbedingt verzweifelt gut sein möchte.“ Hund und Frau spiegeln sich wechselseitig in ihren psychischen Verfasstheiten. Das Buch liest sich spannend, manchmal auch beklemmend. Es bezeugt wie wichtig und hochkomplex sich freundschaftliche Beziehungen zu Tieren erweisen. Susa

Patricia B. Mc Conell: Will sei Dank. Memoiren einer Frau mit Hund. 272 Seiten, Kynos, Nerdlen-Daun 2017 EUR 20,60

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