Gemeinschaftlich Wohnen

Das „Wohnprojekt Wien“ ist ein vielfach ausgezeichnetes gemeinschaftliches Wohnprojekt, das Ende 2013 nach zweijähriger Bauphase und noch längerer Vorbereitung bezogen wurde. Barbara Nothegger, eine der BewohnerInnen, schildert unterhaltsam und mit vielen Hintergrundfakten die Entstehung und das Leben im selbstorganisierten Wohnhaus. Für die Recherche hat sie auch zahlreiche andere Wohnprojekte im deutschsprachigen Raum besucht. Dabei bleibt sie ehrlich und beschreibt die Phasen von Glück und Gelingen genauso wie jene von Überforderung und Problemen im nachbarschaftlichen Zusammenleben. In den vergangenen Jahren haben sich viele dieser sogenannten Baugruppen zusammen gefunden, um ähnliche Projekte zu realisieren. Ihnen gemeinsam ist die Vision einer nachhaltigen Wohnform in engerer Gemeinschaft, als die meisten anderen Wohnformen es derzeit bieten können. Ähnlich einem kleinen Dorf, in dem BewohnerInnen füreinander da sind. „Wohnprojekte sind Experimentierstuben. Sie zeigen vor, was alles möglich ist im Wohnbau, wenn die Bedürfnisse der Menschen konsequent in den Blick gerückt werden – räumlich, sozial und ökologisch“, schreibt Nothegger. Wie das Wohnprojekt Wien entwickeln sich derartige Häuser zu sozialen Mittelpunkten in ihrem Grätzl. Manche Städte haben dies erkannt und fördern die Entstehung selbstorganisierter Wohnhäuser. Weiter so.

Gabi Horak

Barbara Nothegger: Sieben Stock Dorf. Wohnexperimente für eine bessere Zukunft.  176 Seiten, Residenz Verlag, Salzburg-Wien 2017 EUR 19,00

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