Just another lovestory?

In ihrem neuen Roman „Klartraum“ erzählt Olga Flor eine Liebesgeschichte oder vielmehr das Ende einer Liebesgeschichte. Nach etwa 25 Jahren beendet A die Affäre mit P an einer Straßenkreuzung in Berlin. Er macht Schluss mit ihr. Eine Geschichte, die schon hundertmal erzählt wurde. Olga Flor erzählt sie anders. Nicht nur, dass die Beziehung der beiden ausschließlich eine Affäre ist, während sowohl P als auch A ihre Hauptbeziehungen weiterführen, „die gar so schlecht nicht sind“, sondern eigentlich ganz gut. Auch das „Glück überwiegt.“ In mehreren Kurzkapiteln zu „Lust“, „Verlust“, „Komik“ und eben „Glück“, folgt die Erzählung den Gedanken von P, der Protagonistin. Analytisch reflektiert sie jede Begegnung mit A (dem Antagonisten, dem Allerliebsten), die Lust, das Begehren, die Körperlichkeit, die Geschlechterhierarchie dieser heterosexuellen Affäre, ihr genderkonformes Verhalten. Sie verhandelt die Liebe ökonomisch und vom Glück gibt es letztendlich mehr als vom Leiden.

Jenny Unger

Olga Flor: Klartraum. 282 Seiten, Jung und Jung, Salzburg 2017 EUR 23,00

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