Verschlagwortet: Kolonialismus
Einen nicht beachteten Blickwinkel auf Algerien öffnet die Autorin Yasmina Liassine, die als Mathematikerin in Frankreich lebt und Tochter eines algerischen Vaters und einer französischen Mutter ist. Die Beziehung ihrer Eltern begann mitten im algerischen Widerstand gegen das französische Kolonialregime. Die Familie zog mit Enthusiasmus in das neue unabhängige Algerien,...
Erzähler ist der Stausee Akkajaura im Westen Schwedens, seine Stimme wird von der Erzählung von drei Frauen – Mutter, Schwester und Tochter – im Schweden der 1940er Jahre unterbrochen. Sie gehören der Minderheit der Samen an, die länderübergreifend in Norwegen, Schweden, Finnland und Russland leben. Die 1940er Jahre waren eine...
In ihrem neuen Roman nimmt Mithu Sanyal die Lesenden wieder mit auf einen unterhaltsamen Identitätsdiskurs. Während in Identitti die eigene Identitätsdefinition stärker im Fokus stand, ist in Antichristie das Umfeld prägender. Der Roman spielt in zwei Londoner Zeitebenen: 2022 und im frühen 20. Jahrhundert. Die Hauptfigur in beiden Zeitebenen ist...
„Meine Mutter hielt mehr davon zu kämpfen als zu weinen (…)“ – so endet das berührende Porträt der Tochter von Suzanne Césaire über ihre feministische, für Gerechtigkeit und Freiheit kämpfende Mutter in der vorliegenden Zusammenstellung ihrer erstmals auf Deutsch erschienenen Texte. Suzanne Césaire verfasste literarisch- poetische und gleichzeitig politisch-revolutionäre Essays...
Die Arbeit der Übersetzerin kommt in der englischen Berufsbezeichnung besser heraus: ‚the interpreter‘. Worte wollen also nicht nur übersetzt, sondern interpretiert werden. Auch die Stimmung, mögliche Anspielungen, am besten die gesamte Persönlichkeit soll greifbar und verständlich werden. Die Protagonistin in Katie Kitamuras Roman erfährt dies mit voller Wucht, als sie...
Dass auch Soziale Arbeit eingeschrieben ist in Kolonialismus und den ehemaligen Kolonien Subsahara-Afrikas von außen bzw. oben aufoktroyiert wurde, hat bislang wenig Eingang gefunden in die (sozialarbeits-)wissenschaftliche Auseinandersetzung im Globalen Norden. Genauso wenig wurden in der (deutschsprachigen) Academia praktische Beispiele erforscht, die dem entgegen auf eine das lokale Wissen und...
Dem Verlag w_orten & meer ist es gelungen, den großartigen Roman von Léonora Miano zum Thema TDS (Transatlantische Deportation subsaharischer Menschen) in deutscher Sprache herauszugeben. Es ist das erste Werk Mianos, das auf Deutsch erscheint. Ina Pfitzner hat sich bemüht, eine diskriminierungskritische Übersetzung aus dem Französischen vorzulegen. Das ist ihr...
Mit ihrem Debütroman sprengt Otoo die Grenzen von Zeit und Raum. Es wird eine weibliche Perspektive auf Geschichte entwickelt. Die Protagonistin(nen) heißt (heißen) Ada und lebt (leben) in verschiedenen Zeiten und Räumen. Die erste Ada lebt im vorkolonialen Ghana, in dem die Missionare noch keine Heteronormativität und kein Patriarchat installiert...
In ihrem Werk beschäftigt sich Barry mit der Frage, inwieweit Bildung einen Beitrag zum Lebensglück in einem Frauenleben (und zwar zwischen Mitteleuropa und Afrika) leisten kann, auch konkret leistet und wie weit dabei Vorstellungen und Erwartungen tatsächlich erfüllt werden. Dabei bewegt sie sich in einem nicht nur geographisch, sondern auch...
Zunächst stellt die Autorin die ideologisch sich widersprechenden Begriffsschulen für „Nationalismus“ und „Internationalismus“ und deren historische Bedingtheit vor. Sie klärt, welche Rolle diese widersprüchlichen Sichtweisen für die Entstehung des Panafrikanismus im globalen Süden haben. Die Visionen der Vertreter des Panafrikanismus, wie Frantz Fanon, Ben Balla (Algerien) und Kwame Nkrumah (Ghana)...