Hoffnung ist etwas, was nicht ist

Wie kann Hoffnung aussehen, in einer Welt, in der das Ende der Welt einfacher vorzustellen ist als das Ende des Kapitalismus? Lea Eberling nähert sich in ihrem ethnografischen Comic dieser großen Frage in verschiedenen Bereichen und versucht, ein Bild zu zeichnen von einer Welt, in der Hoffnung möglich ist. Wie sähe sie aus, diese solidarische Welt ohne Grenzen, Sexismus, Diskriminierung? Was ist es, was uns uns machtlos fühlen lässt? Was müsste passieren, um ein gutes Leben für alle zu schaffen? Und wie spannt der Kapitalismus sein Netz darüber? Protagonistin Leo macht sich auf die Suche. Zwischen Weltschmerz und Realismus, Aktivismus und Hoffnungslosigkeit, Zukunftsutopien und Emotionen sucht sie ihren Weg im schwarz-weißen Zeichendschungel. Sie interviewt Aktivist*innen, spinnt Zukunftsvisionen und erarbeitet die Geschichte. Es fällt leicht, sich mit Leo zu identifizieren, die Autorin erzählt ruhig, verständlich und gibt einen Anstoß mit ihrer Kreativität, der sich im eigenen Kopf weiterbewegt. Grandios gezeichnet und grafisch dargestellt generiert der Comic mit inspirierenden Bildern einen einfachen Zugang zu komplexen Themen und schafft dadurch eins: Hoffnung. Absolute Leseempfehlung.
Flora

Lea Eberling: Hoffen, wenn die Welt schmerzt. Ein ethnografischer Comic über dekoloniale und antikapitalistische Zukünfte. 222 Seiten, Unrast, Münster 2026 EUR 19,80